„Musikalischen Lockdown“ im Stift Geras beendet. Gitarristin Zsofia Boros und Fagottist Benedikt Dinkhauser brillierten bei Auftakt der heurigen Konzert-Reihe.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 17. Juni 2021 (04:38)

Wäre nur jedes Ende so schön: Gitarristin Zsofia Boros und Fagottist Benedikt Dinkhauser beendeten mit ihrem Konzert, wie sie selber meinten, den „musikalischen Lockdown“ im Marmorsaal des Stiftes Geras. Und beeindruckten dabei mit ausdrucksstarken Stücken, musikalischer Eleganz und jeder Menge Spielfreude.

Solo eindrucksvoll, harmonisch im Duett. Sowohl jeweils Solo als auch im harmonischen Zusammenspiel brachten die beiden die volle Bandbreite der Möglichkeiten ihrer Instrumente zum Vorschein. Sie nahmen die Gäste auf eine musikalische Reise mit, die neben einem „Abstecher“ in den Norden („Trails Crossing des schwedischen Bassisten Björn Meyer) und unter die toskanische Sonne hauptsächlich nach Südamerika führte. So wurde mit Astor Piazolla „Kaffee“ in Buenos Aires genossen, auch die dortigen Wolken (Maximo Diego Pujol) verdüsterten die musikalische Aufbruchsstimmung im Marmorsaal nicht.

Fagott-Rohre wurden durchgeputzt. Welch vielseitiges Instrument das Fagott ist zeigte Dinkhauser eindrucksvoll beim Stück „Mit Fagottes Hilfe“ des Tiroler Komponisten Werner Pirchner. Er habe dieses Stück schon seit seinem ersten Auftritt in Geras wegen der Akustik im Marmorsaal spielen wollen. Der Aufforderung des Komponisten folgend putzte Dinkhauser dabei sein Rohr so richtig durch, hantierte sich hinsichtlich Höhen und Stimmungen durch sämtliche Lagen und ließ auch das Publikum coronakonform in die Schutzmasken summen – was die Gäste zur Freude Dinkhausers auch im Stile geübter Chorsänger taten.

Ebenfalls coronakonform fiel die Pause wegen fehlender Bewirtungsmöglichkeiten aus. Der Freude, endlich wieder Konzertgenuss auf Top-Niveau zu hören, tat dies bei den Gästen aber keinen Abbruch. Sie verabschiedeten die Künstler mit lang anhaltendem Applaus.

Weiteres Programm: Drei Fixpunkte, Hoffnung auf mehr. Die Freude über den Neustart von „Geras klingt“ war auch Initiatorin Gerlinde Hofbauer – trotz Maske – anzusehen. Sie bedankte sich gleich eingangs beim Publikum („Es ist schön, so viele bekannte Gesichter zu sehen“) und den Sponsoren, die trotz des heuer gekürzten Programms der Konzert-Reihe die Treue gehalten hätten. Für heuer sind bereits drei weitere Termine fixiert (siehe Infobox), wenn es die Corona-Situation im Herbst zulässt, könnte ein weiterer Termin hinzukommen, machte Hofbauer Hoffnung auf mehr.