Neue Herausforderungen in Teststraßen. Gäste aus anderen Bundesländern und Neuregistrierungen halten Freiwillige in Teststraßen im Bezirk Horn auf Trab.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 16. Juni 2021 (04:22)
440_0008_8103030_hor24bho_teststrasse_gars.jpg
Haben in der Garser Teststraße alle Hände voll zu tun: Bürgermeister Martin Falk und Organisator Thomas Nichtawitz.
Rupert Kornell, Rupert Kornell

Weiter im Hochbetrieb laufen die insgesamt zehn Teststraßen der Gemeinden im Bezirk Horn. Seit dem Start Ende Jänner wurden im Bezirk bereits rund 125.000 Testungen in den Teststraßen durchgeführt. Wöchentlich gibt es durchschnittlich zwischen 7.000 und 8.000 Testungen, „Rekord-Woche“ war jene rund um die Öffnungsschritte am 19. Mai. Da gab es knapp 9.000 Testungen im Bezirk.

Auch Touristen nutzen Test-Möglichkeiten. Auch wenn die Zahlen der Neuinfektionen zurückgehen, für die Teststraßen wird die Arbeit sogar noch mehr. Thomas Nichtawitz, der die Teststraßen im Bezirk koordiniert, nennt dafür zwei Gründe. Zum einen seien wegen der Öffnungen im Tourismus auch Gäste aus anderen Bundesländern in der Region und nutzen hier die Testmöglichkeiten. Zum anderen wollen viele Menschen die Gastronomie und kulturelle Angebote, die wieder möglich sind, nutzen – und holen sich mit negativen Tests die Möglichkeit dazu.

Wartezeiten wegen Registrierungen. Problematisch für die Teststraßen ist dabei, dass derzeit viele Personen, vor allem jene aus anderen Bundesländern, die Tests zum ersten Mal in Anspruch nehmen – und sich erst in der Teststraße registrieren lassen. Das bringe größeren Aufwand für das administrative Personal, als auch längere Wartezeiten mit sich. Das Engagement der Freiwilligen hat laut Nichtawitz übrigens auch nach all den Wochen nicht nachgelassen. Im Gegenteil: „Sie lassen sich nicht einmal abschrecken, dass sie manchmal auch noch angepöbelt werden“, sagt er. Auch das medizinische Personal sei nach wie vor eifrig im Einsatz: „Wir haben immer genug Leute zur Verfügung.“

Warnung: „Pandemie nicht überwunden.“ Durch die ständig steigende Impfrate und den „Grünen Pass“ sei für die kommenden Wochen mit einer gewissen Erleichterung für die Teststraßen zu rechnen. Dennoch warnt Nichtawitz davor, die Pandemie schon als überwunden anzusehen. Er appelliert daher an die Bevölkerung, weiter vorsichtig zu sein und Maßnahmen einzuhalten: „Wir dürfen das, was wir uns in den vergangenen Wochen und Monaten gemeinsam erarbeitet haben, jetzt nicht leichtfertig verspielen“, sagt er. Gerade was die Situation im Herbst oder neue Virus-Mutationen betreffe gebe es viele Fragezeichen: „Darum dürfen wir nicht unvernünftig sein. Es kann rasch gehen, dass die Zahlen wieder steigen“, warnt er.

Lob gibt es von Nichtawitz übrigens für die Gemeinden. Die führen nicht nur die Teststraßen vor Ort gut durch, sondern greifen sich auch untereinander unter die Arme, etwa wenn es um die Verteilung von Nachschub geht: „Den Gemeinden ist klar, dass wir alle im selben Boot sitzen. Sie denken nicht nur an sich, sondern arbeiten auch für die anderen. Das ist schön zu sehen.“