Figl einst zu Kiennast: „Und du versprichst mir ...“. Über den Garser Raimund Kiennast und sein nicht eingelöstes Versprechen an den einstigen Landeshauptmann bei dessen Besuch 1962...

Von Rupert Kornell. Erstellt am 01. August 2021 (05:14)
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Raimund Kiennast (rechts seine Mutter Rosa) trug mit der Tochter des Thunauer Trafikanten Höfler ein Gedicht vor, von dem Landeshauptmann Leopold Figl begeistert war.
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Fast 60 Jahre hat es gedauert, bis es eine Entschuldigung für ein nicht eingelöstes Versprechen gegeben hat.

Es war der 23. Juni 1962, als im Garser Kurpark dem damaligen Landeshauptmann Leopold Figl von Bürgermeister Julius Kiennast die Urkunde zur Ehrenbürgerschaft der Marktgemeinde Gars überreicht wurde.

Mit dabei auch sein Sohn Raimund, der mit einer Thunauerin zur Begrüßung des hohen Gastes ein Gedicht vortragen durfte. Der meinte zum Junior: „Und du versprichst mir, dass du auch einmal Bürgermeister wirst!“ Was Raimund Kiennast unter beifälligem Nicken seines Vaters auch versprach.

Allerdings ist aus dieser Zusage nichts geworden, es gab keine Ambitionen in diese Richtung. Beim Stöbern in seinem umfangreichen Archiv stieß Kiennast vor einiger Zeit auf den Zeitungsausschnitt der NÖN und beschloss, sich beim (1965 verstorbenen) Politiker, der bekanntlich ein gutes Glas Wein, vorzüglich einen Dürnsteiner, nicht verachtete, entsprechend zu entschuldigen.

Auf zu Figls Geburtsort und zum Zentralfriedhof

Gemeinsam mit Bürgermeister Martin Falk, dessen Gattin Martina und Graselwirtin Anni Rehatschek fuhr er, einen „Dürnsteiner“ im Gepäck, nach Rust im Tullnerfeld, Figls Geburtsort. Dort wurde das Quartett durch das Museum geführt, anschließend stieß man mit einem Achterl auf den großen Sohn des Landes an, der als Außenminister 1955 den Staatsvertrag unterzeichnet hatte.

Den Abschluss bildete ein Gedenken an Figls Grab am Wiener Zentralfriedhof, wo man auch die Gräber von Falco und Franz von Suppé besuchte.

Und wo sich Raimund Kiennast entschuldigte, sein Versprechen nicht eingelöst zu haben …