Kinder brauchen Platz: Spielwiese im Zentrum kommt. Da es mit dem geplanten Naturspielplatz in Maissau nun doch nichts wird, pachtet die Gemeinde ein anderes Grundstück. Weiters wurde ein Grundsatzbeschluss für eine Öko-Energiegemeinschaft gefällt.

Von Günter Rapp. Erstellt am 25. Juli 2021 (05:43)
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Idyllischer geht’s kaum: Hier neben dem Rathaus im Zentrum der Amethyst- Stadt soll die neue Spielwiese für die jüngsten Gemeindebürger entstehen.
Günter Rapp

Nachdem es mit dem geplanten Naturspielplatz im Quittengang nun doch nichts werden dürfte, wird im Ortszentrum eine Spielwiese geschaffen. Dazu pachtet die Stadtgemeinde von Ewald Gruber aus Gars das 500 m 2 große Grundstück in der Kremserstraße, idyllisch gelegen zwischen Stadtmauer und Firma Dachsberger.

Der Maissauer Gemeinderat sprach sich einstimmig für eine Pachtung zum Preis von 100 Euro jährlich aus, vorerst auf zwei Jahre mit Option auf Verlängerung. Die Gestaltung soll der Verein „Gemeinsam für Maissau“ übernehmen.

„Die Kinder brauchen Platz zum Spielen“, betonte ÖVP-Bürgermeister Josef Klepp. Mit der neuen Spielwiese soll bei Nachmittagsbetreuung und Ferienspielen der notwendige Freiraum geboten werden. Bisher wurde meist im Waldgebiet neben dem Quittengang gespielt. Das sei jedoch gefährlich, weil dort Äste dürrer Bäume herabfallen könnten, sagen die Forstleute.

Ratten geht es wieder einmal an den Kragen

Weiters im Gemeinderat: Im Herbst steht in der ganzen Großgemeinde eine Rattenvertilgungsaktion an. „Es gibt immer wieder Meldungen von Gemeindebürgern über Rattensichtungen“, berichtete Bürgermeister Klepp. Die letzte flächendeckende Aktion war 2014. Nur durch eine gezielte Rattenvernichtung können gesundheitliche Schäden für die Bevölkerung hintangehalten werden.

Eine Gegenstimme für diese Aktion kam von Gemeinderätin Ulrike Vojtisek-Stuntner (NEOS). „Ratten könnten das Gift aus der Köderbox tragen und so Katzen und andere Haustiere gefährden“, meinte die Mandatarin. Durchgeführt wird die Rattenvertilgung auf alle Fälle vom Abfallverband.

Energieversorgung soll kleinregional erfolgen

Mit der Gründung einer Energiegemeinschaft soll die kleinräumige Energieversorgung gesichert werden. Nach einem Dringlichkeitsantrag von Gemeindechef Klepp beschloss der Gemeinderat die Planung und Konzeptionierung einer „Erneuerbaren Energiegemeinschaft“ mit den Stimmen von ÖVP und SPÖ. Vojtisek-Stuntner sprach sich dagegen aus: „Mir ist die Informationslage noch zu dünn.“

Dabei hatte ÖVP-Gemeinderat Anton Hofstetter, der das Projekt gemeinsam mit Hubert Wimmer und Florian Hengl seit Längerem vorbereitet, ausführliche Erläuterungen geliefert. Eine Gründung der Energiegemeinschaft sei erst jetzt, nachdem das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) im Nationalrat beschlossen wurde, möglich. Nun seien die Rahmenbedingungen geschaffen, um die Stromversorgung Österreichs bis 2030 lückenlos auf erneuerbare Energieträger umzustellen. Durch die Mitgliedschaft im Verein EZN (Energie Zukunft NÖ) können die für eine effiziente Umstellung nötigen Daten lukriert werden.

Dass auch die EVN in diesem landesweiten Konsortium vertreten ist, sieht die NEOS-Mandatarin kritisch. „Die EVN war lange Zeit ein Bremser für den Ausbau erneuerbarer Energie.“ Hofstetter widersprach: „Welcher Energieanbieter letztlich den überschüssigen Solarstrom übernehmen oder möglicherweise notwendigen Zusatzstrom liefern wird, kann von unserer Energiegemeinschaft frei beschlossen werden.“