Lockdown führte zur Malerei. Was mit dem Bemalen der eigenen Möbel begann, führt zu mittlerweile mehr als 100 Bilder von Manuela Dantand.

Von Romana Schuler. Erstellt am 17. Juni 2021 (05:06)
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Manuela Dantand in ihrem Hadreser Atelier, das für ihre unzähligen Bilder bald zu klein sein wird. Ihre Presshäuser will sie nun für ihre Werke nützen, aber auch anderen Kunstschaffenden zur Verfügung stellen.
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Manuela Dantand arbeitet in einem Wiener Krankenhaus. Mit dem ersten Lockdown im letzten Jahr wurde ihre Tätigkeit im Bereich der Logistik ruhend gestellt. Somit hatte sie plötzlich viel Zeit, die sie in ihrem Haus in Hadres verbrachte, und sie entdeckte die Malerei als neues Hobby.

„Ich habe schon als Kind gerne gezeichnet und gemalt. Daran habe ich mich dann erinnert“, erzählt die gebürtige Wienerin. Ihr Ehemann stammt aus Frankreich und unterstützt sie in ihrem Tun. „Zunächst habe ich angefangen, unsere Möbel zu bemalen. Bald hatte ich alles bemalt und mein Mann hat mich dann auf die Idee gebracht, Bilder zu malen.“ Inzwischen sind in ihrem Hadreser Atelier über 100 Bilder entstanden. Die Malerei ist zu einer echten Passion für sie geworden.

„Ich liebe Bilder mit abstrakten Strukturen“

Die Acryltechnik hat sie sich selbst beigebracht. Das ist nicht ungewöhnlich: Viele große Maler waren Autodidakten. Dantand holte sich die Anleitungen aus Büchern; auch YouTube-Videos waren sehr hilfreich für den Anfang. Sie experimentiert leidenschaftlich gerne mit dem Auftragen von pastosen farbigen Strukturen, oder fertigt Collagen an. Auch mit dem Arbeiten mit Epoxidharz hat sie schon Erfahrungen gesammelt. Diese Technik benötigt einiges an Übung, damit sich keine Luftbläschen bilden.

„Ich liebe Bilder mit abstrakten Strukturen“, sagt die Künstlerin. „Es reizt mich sehr, damit zu experimentieren und mich auf diesem Gebiet weiterzuentwickeln. Das Figurative ist eigentlich nicht so meins.“

Erstes verkauftes Bild ging nach Amerika

Trotzdem hat sie als großer Fan von Romy Schneider ein expressiv wirkendes Porträt der großen Schauspielerin gemalt. „Das möchte ich nie hergeben“, erklärt sie, denn es gibt bereits Interessenten für ihre Werke: „Mein erstes verkauftes Bild ging nach Amerika“, lacht die Wahl-Pulkautalerin.

Dieses Bild hatte sie, wie die meisten, auf Instagram gepostet. „Unglaublich, plötzlich bekam ich eine Anfrage aus Kalifornien. Ich dachte zunächst, das ist ein Scherz, aber dann habe ich es tatsächlich an den Mann verkaufen können.“ Er habe ihr dann ein Foto mit dem gerahmten Bild geschickt.

Sie selbst mag ihre Bilder lieber ungerahmt. Zurzeit stellt sie in einer Wiener Anwaltskanzlei aus; vier ihrer Bilder sind in „WienARTig“ zu sehen, einem Ausstellungsraum im 8. Bezirk.

In Hadres haben die Dantands zwei Presshäuser, die jetzt auch für künstlerische Zwecke verwendet werden sollen, denn: „Ich habe bald keinen Platz mehr im Haus …“