Kunst aus Retz im Stift Melk. Mit Künstlerin Hameseder stellen die Bewohner der Caritas ihre Werke im Stift Melk aus.

Von Sarah Marie Piskur. Erstellt am 19. Juni 2021 (04:25)
Künstlerin Maria Sturmlehner mit Caritas-Präsident Michael Landau
Künstlerin Maria Sturmlehner mit Caritas-Präsident Michael Landau vor einem ihrer Werke im Stift Melk.
Sarah M. Piskur

Im Retzer Land gibt es seit mehreren Jahren eine Kunstgruppe der Caritas-Region Weinviertel. Sie besteht aus Menschen mit Behinderung, die in den Einrichtungen der Caritas leben. Seit 2013 steht die begleitete Kunstgruppe in regem Austausch mit Künstlerin Christa Hameseder. Seit 2016 leitet diese die jährliche Kunstwoche in ihrem Atelier.

Nun werden die Werke im Stift Melk unter dem Titel „Kunststationen“ auf zwei Ebenen präsentiert. Im oberen Stockwerk, der sogenannten Säulenhalle, lädt ein lichtdurchfluteter Raum ein, die Werke zu betrachten. Christa Hameseder stellt auch ein paar ihrer persönlichen Werke aus.

Obwohl die Stile der Künstler kaum unterschiedlicher sein könnten, harmonieren sie und ergeben ein ansprechendes Gesamtbild. Neben den Bildern von Thomas Gräser, die großteils in Weiß und Schwarz gehalten sind, hängen die bunten Stücke der Künstlerin Maria Sturmlehner aus Zellerndorf. Ihre Bilder zeichnen sich durch kräftige Farben aus, die mit Kreisen aus ebenso bunten Farben gestaltet sind.

Besonderes Ambiente im alten Kellergewölbe

Im unteren Stockwerk befindet sich der kleine Barockkeller des Stifts. In diesem über 300 Jahre alten Kellergewölbe werden die Kunstwerke in den Nischen des aus Ziegeln gefertigten Gewölbes präsentiert und kommen durch die Einzigartigkeit des Raumes besonders zur Geltung. Der hölzerne Fußboden und die eigens platzierte Beleuchtung tragen zum harmonischen Ambiente bei.

Bei der Vorstellung am 2. Juni, die extra für die Künstler veranstaltet wurde, fand in diesem Gewölbe im Beisein von Abt Georg Wilfinger eine feierliche Präsentation statt.

Caritas-Präsident Michael Landau und Regionalleiter Thomas Krottendorfer übergaben mit Künstler Thomas Gräser dem Abt eines seiner Kunstwerke. Im Rahmen einer Einzelvorstellung konnte dann ein besonderer Eindruck davon gewonnen werden, mit welchen Techniken und Stilen die Künstler arbeiten und ihren Vorstellungen Ausdruck verleihen.

Freude der Künstler in Bildern spürbar

„Dass wir nach dieser herausfordernden Zeit hier stehen können, ist ein Geschenk. Die Freude, die durch die Bilder ausgestrahlt wird, ist in den Räumen deutlich spürbar“, meinte Landau im Gespräch mit den Künstlern.

Neben den Kunstwerken strahlten die einzelnen Kunstschaffenden jene Freude aus, die der Caritas-Präsident in Bezug auf die Bilder beschrieben hatte. Neben dem Fachsimpeln über die Technik kamen auch einige lustige Gespräche zustande.

Unter anderem wurde die Künstlerin Karin Mayer danach gefragt, ob sie während Corona genügend Arbeitsmaterialien zur Verfügung hatte. Als Antwort sagte sie: „Mehr als genug. Sie wurden mir sogar nach Hause geliefert. Deshalb konnte ich viele neue Zeichnungen machen.“

Ein Werk ging an Papst Franziskus

Künstlerin Karin Mayer ist bis nach Rom bekannt. Bundespräsident Alexander Van der Bellen übergab bei seinem Besuch eines ihrer Werke an Papst Franziskus, gemeinsam mit einem Katalog der Ausstellung „Kunststationen“ in Melk.

Die Schau entstand übrigens im Zuge einer Kunstreise, die über drei Jahre hinweg unterschiedliche Stifte in Niederösterreich besucht. Nach Geras und Göttweig bildet das Stift Melk den Abschluss. Interessierte können dort noch bis 6. Jänner 2022 die Werke der Künstler bestaunen und erwerben.