Sprungbrett im Freibad Hollabrunn hat ausgedient. Das Einmeterbrett im Hollabrunner Freibad wurde nach einer Überprüfung durch den TÜV gesperrt. Am Dienstag, 27.7., folgte eine Anweisung der Bezirkshauptmannschaft: Das Sprungbrett muss umgehend abgebaut werden. Das Wasser ist in diesem Bereich nicht tief genug.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 27. Juli 2021 (17:00)
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Das Sprungbrett im Hollabrunner Freibad, hier auf einem Archivfoto der Saisonvorbereitung 2020 zu sehen, hat ausgedient.
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„Ich bin jetzt 67 und kann mich nicht erinnern, dass hier jemals etwas passiert wäre“, schüttelt eine Hollabrunnerin über diese Maßnahme den Kopf. Möglicherweise sei das auch ein Grund, dass nun weniger junge Leute im Bad anzutreffen seien.

„Das Sprungbrett ist ein Relikt und wir werden uns überlegen, wie wir zukünftig damit umgehen“, kündigt Sportstadtrat Kornelius Schneider eine Entscheidung nach der laufenden Saison an. Ganz unproblematisch sei es nie gewesen, dass das Brett „mitten in den Schwimmerbereich“ hineingeht. Es sei also durchaus möglich, dass das Sprungbrett für immer ausgedient hat. In der laufenden Badesaison werde die Gemeinde jedenfalls nicht baulich eingreifen.

Diese Aussage war einen Tag später praktisch widerlegt. Denn auf Anordnung der BH Hollabrunn muss die Gemeinde eingreifen und das Sprungbrett abbauen. "Wir sind eindringlich darauf hingewiesen worden", sagt Betriebsleiter Karl Schörg im NÖN-Gespräch.

Ein Blick zurück mit Wehmut

Es sei eine sentimentale Sache, gibt Schörg zu: „Ich bin selbst schon als Fünfjähriger von diesem Brett gesprungen. Ganz Hollabrunn ist irgendwann einmal von diesem Brett gesprungen.“ Doch man sei heuer vom Land beauftragt worden, eine TÜV-Überprüfung durchzuführen – und habe rasch einen Termin bekommen. Ebenso rasch sei klar gewesen, dass hier aufgrund einer um mehr als einen Meter zu geringen Wassertiefe keine Ausnahmeregelung möglich war. „Das Sprungbrett ist aus der Zeit gefallen“, seufzt Schörg. 

Ursache für geringeren Besuch sei das Ende des Sprungbretts aber sicher nicht. Weil es eben in den Schwimmerbereich ragt, war es ohnehin nur in bestimmten Zeitfenstern zum Springen geöffnet worden. Eben eine Regelung aus einer anderen Zeit. Mit dem Sprungbrett geht ein Stück Freibad-Geschichte verloren. Aber wer weiß, vielleicht setzt die Gemeinde für die neue Saison zu einem neuen Investitionssprung an.

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