Kamfp gegen Verschwendung: Die Lebensmittel retten. Region Herzogenburg: Alina Weixlbaum, Felicia und Charly Schilcher kämpfen gegen Verschwendung.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 16. Juni 2021 (04:00)
„soogut“-Bus
„soogut“-Bus macht in Herzogenburg Station: Felicia und Charly Schilcher auf ihrem Standplatz gegenüber dem City-Center – mit einer Kundin, die dort regelmäßig einkauft.  s:
Hans Kopitz

„Wir wollen die Lebensmittelverschwendung – zumindest bei uns – etwas eindämmen und vermeiden, dass kostbare, noch genießbare Lebensmittel einfach weggeworfen und dadurch verschwendet werden“, bringt es Alina Weixl-baum auf den Punkt. Die 25-jährige Studentin weiß: „Etwa 30.000 Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr in den NÖ Müllcontainern.“

Inspiriert von Christine Dockner, die vor zwei Jahren mit einigen Kolleginnen in der Fachhochschule St. Pölten ein Food-sharing-Projekt aufgebaut hat, möchte Alina Weixlbaum ein solches Projekt auch in Herzogenburg verwirklichen, denn sie und ihr Partner finden, dass das eine gute Sache ist. „Auch wenn man damit nicht alle Probleme lösen kann, ist jedes gerettete Lebensmittel ein Schritt in die richtige Richtung.“

Die Haupttätigkeit von Food-sharing ist es, übrig gebliebene Lebensmittel von teilnehmenden Betrieben abzuholen und vor der Tonne zu bewahren. Das passiert unter anderem durch Kühlschränke an öffentlich zugänglichen Orten – sogenannte Fairteiler –, zu denen freiwillige Mitarbeiter Lebensmittel von Betrieben hinbringen, wo man sie aber auch von Privathaushalten hingeben kann. Von dort können sie abgeholt werden.

„Aktuell sind wir kurz davor, im Jugendzentrum am Roseggerring einen Fairteiler aufzustellen und mit den heimischen Betrieben Kontakt aufzunehmen. Gestartet wird im Juli, der genaue Termin wird noch bekannt gegeben“, so Weixlbaum, die zwar momentan gestresst mitten in ihrer Abschlussarbeit steckt, aber auch hier in Herzogenburg von einem Erfolg überzeugt ist: „Ich lade alle Bürger zur Mitarbeit ein, der Lebensmittelverschwendung den Kampf anzusagen.“

Lebensmittel zu einem sehr günstigen Preis

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Alina Weixl-baum: „Werden Fairteiler im Jugendzentrum aufstellen.“
NOEN

Auch Felicia und Charly Schilcher sind gegen die Lebensmittelverschwendung – wenn auch auf einem etwas anderen Weg. Seit rund vier Wochen sind sie jeden Mittwoch und Freitag in Herzogenburg, Böheimkirchen und Pottenbrunn mit dem mobilen Verkaufswagen vom St. Pöltner soogut-Sozialmarkt unterwegs. Menschen, die mit wenig Geld ihren Lebensalltag bestreiten müssen, können dort qualitativ einwandfreie Lebensmittel und Alltagsgüter zu sehr günstigen Preisen kaufen und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit vorhandenen Ressourcen und zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung. Viele freiwillige Mitarbeiter sind bei soogut im Einsatz. Sie holen täglich die Warenspenden bei Lebensmittelmarkt-Filialen oder Bäckereien ab. Erst nach einer strengen Qualitätsprüfung und entsprechender Aufbereitung werden sie zum Verkauf in die Regale geschlichtet. Insgesamt gibt es zehn soogut-Standorte und sieben mobile Verkaufsstellen in NÖ.

Felicia und Charly Schilcher sind an den beiden Wochentagen von 9.15 bis 10 Uhr in Böheimkirchen, von 10.30 bis 11.30 Uhr in Herzogenburg gegenüber dem City-Center – und von 11.45 bis 12.30 Uhr in Pottenbrunn in der Josef-Trauttmansdorff-Straße 23 mit dem Verkaufswagen unterwegs.

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