Landeszentrale der Samariter bald in Traismauer. Blau-gelbe Zentrale wird in Traismauer neu errichtet. Der Spatenstich ist bereits für den kommenden Sommer geplant.

Von Alex Erber und Günther Schwab. Erstellt am 16. Juni 2021 (04:30)
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Die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern, dass die Landeszentrale des Samariterbundes NÖ bald in Traismauer sesshaft werden und von hier aus ihre Rettungsdienststellen verwalten könnte. „Der derzeitige Standort in Wilhelmsburg ist aufgrund der steigernden Anforderungen nicht mehr zeitgemäß und aufgrund seiner Lage auch nicht erweiterbar“, argumentiert man beim Samariterbund NÖ. Präsident Otto Pendl, ehemaliger Nationalratsabgeordneter, ist in der Römerstadt fündig geworden.

Der Landesvorstand hat sich klar dafür ausgesprochen, dass der Arbeitersamariterbund NÖ auch künftig vom Zentralraum aus agieren muss. „Die Stadtgemeinde Traismauer ist sofort bereit gewesen, die Samariter dabei zu unterstützen. So konnte auch gleich ein passendes Grundstück im Ausmaß von 4.398 Quadratmetern gefunden werden. Die Lage ist optimal, zentrumsnahe, infrastrukturell gut gelegen, da es zum Bahnhof Traismauer nur ein paar Gehminuten sind und die Stadt Traismauer generell eine hervorragende geografische Situierung bietet“, so Pendl im NÖN-Exklusivgespräch.

Auch bei Finanzierung ist man auf gutem Weg

„Wir sind auf einem guten Weg“, freut sich Bürgermeister Herbert Pfeffer und ergänzt: „Die Stadt wird selbstverständlich ihren Beitrag leisten, um dieses Prestigeprojekt nach Traismauer zu bekommen! Großer Dank gilt dem ehemaligen Grundstückseigentümer an der Wienerstraße beim Bäckerkreuz, der sich ebenfalls sehr entgegenkommend eingebracht hat.“

Knackpunkt für das Großprojekt ist noch die Finanzierung. Ersten Kostenschätzungen zufolge wird das Projekt mehr als fünf Millionen Euro kosten. Pendl: „Das Land NÖ hat bereits positive Signale gesendet und im persönlichen Gespräch mit unserer geschätzten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bin ich auf großes Verständnis und offene Ohren gestoßen.“

Der Landesverband vertritt die Samaritergruppen in allen wichtigen Belangen und leitet selbst Rettungsdienststellen. Neben den Büroräumlichkeiten entsteht vorwiegend noch ein hochmodernes Ausbildungszentrum für alle Samariter. Rettungs- und Notfallsanitäter werden hier geschult und Weiterbildungsmöglichkeiten bekommen. So finden die Zivildienerschulungen sowie fachspezifische Schulungen in weiterer Folge hier statt. Ebenso gehört das Erlangen von Know-How für Katastrophendienstmitarbeiter zum Betätigungsfeld des Schulungszentrums, in dem auch Erste-Hilfe-Kurse für Führerscheinneulinge, Firmen und Privatpersonen abgehalten werden.

In einem Teil des neuen Gebäudes werden auch Materialien und Hilfsgüter für Großschadenereignisse und für den Einsatz im Katastrophenfall gelagert. Vom Zentralraum aus können diese rasch und gezielt verteilt werden. „Diesem überregionalen Katastrophenschutzlager kommt somit eine große strategische Bedeutung zu“, weiß Bürgermeister Pfeffer.

Der Spatenstich ist für Sommer 2021, die Fertigstellung für Herbst 2022 geplant.

Auch Samariterbund-NÖ-Vizepräsident Hannes Sauer, er ist Traismaurer, zeigt sich erfreut über den neuen Standort: „Es ist eine gute Entscheidung für den Samariterbund und die Stadt. ,Traismauer, das Tor zum Herzen in NÖ’´ wird eine ausgezeichnete Heimat für die NÖ Samariter.“

Leid täte es Christine Choholka, Obfrau der Wilhelmsburger Rettungsstelle, wenn die Landeszentrale abwandert. „Für uns war es praktisch, diese in unmittelbarer Nähe zu haben, wenn wir etwas brauchten. Zum Beispiel Fragen zu Abrechnungen.“ Die Stadt nimmt die Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis, so Wilhelmsburgs Bürgermeister Rudolf Ameisbichler: „Wir waren stolz, diese Ausbildungsstelle zu haben.“ Grundsätzlich müssten die Interessen des ASBÖ berücksichtigt werden. „Ein geeignetes Grundstück für den Neubau hätte die Gemeinde nicht zur Verfügung gehabt.“