Willkür wie im Urwald. Willkürlich, natürlich, aber in technischer Hinsicht hochkompliziert – die Architektur des „Haus der Wildnis“ ist eine besondere.

Erstellt am 11. Mai 2021 (11:44)

Schon bald nach den ersten Gesprächen, die das Haus der Wildnis konkreter werden ließen, war mit dem Architekten Christoph Maurer und seinem Büro „Maurer&Partner“ der richtige Mann gefunden. „Für uns war gleich klar, dass das Haus in Holzbauweise gebaut wird. Weil uns das Projekt so beeindruckt hat, haben wir uns bereit erklärt, einen großen Teil, unsere Arbeitsleistung, zu spenden“, erzählt Maurer. Sofort begann das Brainstorming in der Entwurfsabteilung, eine moderne und zeitgemäße Verbindung zum Weltnaturerbe sollte mit dem Haus der Wildnis geschaffen werden. „Deshalb haben wir gesagt, wir lassen eine gewisse Willkür walten – so wie sie auch im Urwald vorkommt“, erklärt der Architekt. Bäume fallen um, verschmelzen ineinander, bilden einen Hohlraum, in dem Lebewesen Platz finden. Mit dem Computer wurde das Grundgerüst generiert, das nun tatsächlich in Lunz steht.

Wie Mikadostäbe zerfallen die fünf Baumstämme, in deren Innenraum die Ausstellung beheimatet ist. Wenn man von der Vogelperspektive aus aufs Haus der Wildnis hinabsieht, erkennt man: Das Gebäude, die Wanderwege rundherum, der Hauptplatz und die Kirche – all das gehört zusammen und verschmilzt ineinander. „Das Haus der Wildnis ist schon ein richtiges Wahrzeichen geworden“, ist Maurer stolz.

In die Konstruktion ist all das hineingeflossen, was die Natur rund um das Wildnisgebiet besitzt – Holzschindeln, Steine und der Putz. „Wir haben bewusst diese Willkür walten lassen, die zum Urwald passt. Eine natürliche Struktur, die keine Geradlinigkeit verfolgt“, betont der Architekt. Das Gebäude ist sehr lichtdurchlässig, man sieht den Himmel, die Berge, das gesamte Lunzer Panorama wird in Szene gesetzt.

Die Dunkelheit des bereits bestehenden Kellers wurde für bestimmte Themen in der Ausstellung genutzt. Das Museum selbst befindet sich teilweise im Obergeschoß und zur Gänze im Untergeschoß auf etwa 800 m² Ausstellungsfläche. „Die Formensprache ist von uns dennoch modern und zeitgenössisch umgesetzt worden“, erklärt Maurer.

Danke unseren Partnern und Baufirmen:

Klenk & Meder GmbH: Elektrotechnik, E-Installation inkl. Beleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung, Medientechnik, EDV-Verkabelung, KNX, PV-Anlage

Maroschek GmbH: Heizungs-Lüftungs-, Sanitärinstallation

Architekt Maurer & Partner: Gesamtplanung

Woschitz Engineering ZT GmbH: Tragwerksplanung

Holzbau Strigl: Außenfassade mit Lerchenholzschindeln und Putzträgerplatten, Unterdach, luftdichte Beplankung der Holzkonstruktion, Holzkonstruktionen beim Dach

Heigl Holzbau: Detailplanung und Lieferung und Montage der Tragkonstruktion, Holzriegelwände, Brettschichtholz-Stützen und -Unterzüge, Dachkonstruktion, Dachaufbau, Zwischenwände, Innendecken

AHP Architektur-Hochbau-Projektmanagement: Baubegleitende Kontrolle, Kosten, Termine, Qualität

Woschitz group GmbH: Tragwerksplanung Holzbau und Bauphysik, Tragwerksplanung Massivbau

Ambient Consult ZT DI Alois Graf: Freiraumplanung für den Außenbereich, Belebungszone

Knauf: Trockenbau, Aquapanel Cement Board Platten (Leichtzementplatten) für die Fassade

Bachler Metalltechnik GmbH : Sämtliche Innengeländer, Handläufe, Schiebetor, Verglasung Büro und Teeküche, Innenportale aus Alu, Nurglaswand für Schiebetüre, Rankgerüst, Feuerschutztüren

Ewald Leichtfried GmbH & Co KG, Dachdeckerei -Spenglerei: Dachdecker- und Spenglerarbeiten

pronatour GmbH: Konzeption (Inhalte, Storyline, Ausstellungsdramaturgie), Designentwicklung (Formensprache, Farben- und Materialwahl), Detailplanung (Botschaften, Didaktik, Ausstellungstechnik), Umsetzung (Texte, Grafik, Layout, Programmierung, Konstruktionen), Gesamtkoordination (mit Auftraggeber, Architekten, Haustechnik)

vrisch | Agentur für immersive Medien | AR VR 360 Video Produktion: Kreative Gestaltung und Umsetzung der Ausstellung, 2x Tablet Stationen mit Augmented Reality „Leben im Totholz“ und „Landschaftsmodell“, Eingangsinstallation mit animierten Tieren, 2x Virtual Reality Stationen

Bene: Ausstattung Büros und Seminarraum