Die Hüter der Wälder. Die Wälder im Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal sind einzigartige Naturjuwele und gehören zu den ältesten Beständen und letzten Urwäldern Österreichs.

Erstellt am 11. Mai 2021 (13:09)
Haus der Wildnis
ÖBf-Archiv/ Franz Kovacs

Doch wem gehört die Waldwildnis? Mehr als drei Viertel der Flächen – über 80 % - gehören den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf). Sie bringen insgesamt rund 6.000 Hektar an Naturflächen ein und sind damit der größte Grundbesitzer im Wildnisgebiet. Mit der nunmehrigen Erweiterung um das Lassingtal auf steirischer Seite vergrößern sie das zukünftige Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal um das Doppelte. Die restlichen knapp 20 % liegen auf Flächen einer privaten Forstverwaltung.

Die Wälder der Bundesforste erstrecken sich vom mächtigen Dürrenstein im Nordosten über das Hintere Steinbachtal und Lassingtal bis hin zur Palfauer Wasserlochklamm. Urige, ursprüngliche Buchenmischwälder mit alten Baumriesen durchziehen das Wildnisgebiet, viele von ihnen haben bereits ein stattliches Alter von mehreren hundert Jahren erreicht. Die Totholz- und strukturreichen Wälder bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten unersetzlichen Lebensraum, etwa den seltenen Weißrückenspechten oder den Dreizehenspechten. Auf die forstliche Nutzung haben die Bundesforste bewusst verzichtet, die Natur kann sich unbeeinflusst von Menschenhand entfalten und ökologische Prozesse frei ablaufen.

Die ÖBf sind jedoch nicht nur Grundeigentümer, sondern wirken auch aktiv in der Schutzgebietsverwaltung mit, etwa durch das Management im neuen Haus der Wildnis in Lunz am See. Auch bringen sich die Bundesforste bei der Gestaltung des Besucherangebotes, im Naturraummanagement oder bei Naturschutzprojekten engagiert mit ein. So läuft seit Jahren ein Projekt zur Wieder-Ansiedelung des Habichtskauzes, welches die Bundesforste unter anderem mit der Ausbringung von Nistkästen auf ihren Flächen unterstützen. Zahlreiche Brutpaare konnten bereits festgestellt werden und auch heuer kündigt sich aufgrund der günstigen Nahrungssituation ein erfolgreiches Brutjahr an. Gute Zeichen für die Rückkehr der seltenen Wald-Eule in die einzigartige Wald-Wildnis Österreichs!