Gemeinsame Sache. Wildnisgebiet Dürrenstein wird durch die Erweiterung mit dem Lassingtal verdoppelt.

Erstellt am 11. Mai 2021 (13:09)
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Gemeinsam für das Naturjuwel: Wildnisgebiet-Geschäftsführer Christoph Leditznig, die streirischen Landesräte Johann Seitinger und Ursula Lackner, Ministerin Elisabeth Köstinger, LH-Stellverteter Stephan Pernkopf und Bürgermeister Josef Schachner bei der ersten gemeinsamen Begehung im Haus der Wildnis.
Usercontent, Claudia Christ

Durch die Zusammenlegung im steirisch-niederösterreichischen Grenzgebiet entstand ein europaweit einzigartiges Wildnisgebiet. Insgesamt 7.000 Hektar unberührte Natur umfasst das Schutzgebiet, das durch die Ausweitung des niederösterreichischen Wildnisgebietes Dürrenstein auf das Lassingtal im Norden der Steiermark entsteht.

Ein europaweit einzigartiger Schritt für die Natur, aber auch für die Weiterentwicklung der gesamten Region.

Das Wildnisgebiet Dürrenstein im südlichen NÖ ist ein einzigartiges Naturjuwel. Davon zeugt auch die Erhebung zu Österreichs erstem UNESCO Weltnaturerbe, das den größten noch vorhandenen Urwald des Alpenbogens bewahrt.

Dieser gilt als einer der letzten Lebensräume in Europa, der sich seit der jüngsten Eiszeit ohne Einfluss des Menschen entwickeln konnte und stellt mit seinen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten einen wichtigen Baustein im Ökosystem dar.

Im März 2021 ist es der steirischen Umweltlandesrätin Ursula Lackner in Verhandlungen mit den Österreichischen Bundesforsten als größte Grundeigentümer und mit der Unterstützung zweier Unternehmer gelungen, die Erweiterung des niederösterreichischen Wildnisgebietes in die Steiermark auf Schiene zu bringen. Der Grundsatzbeschluss dazu wurde in der steirischen Landesregierung Mitte März 2021 getroffen und wenige Tage danach fixiert.

Mit der Ausweitung auf das Lassingtal in den Gemeinden Wildalpen und Landl im Norden der Steiermark wird die Schutzfläche auf 7.000 Hektar verdoppelt, mehr als drei Viertel davon, insgesamt 5.700 Hektar, bringen die Bundesforste ein. Durch einen Zusammenschluss des 3.500 Hektar großen Lassingtals mit dem Wildnisgebiet Dürrenstein entsteht ein europaweit einmaliges Schutzgebiet. Der Lassingbach ist ein weitgehend unregulierter Alpenfluss von europäischer Bedeutung. Seine ausgedehnten Schotterflächen und einmalige Begleitvegetation werden unter besonderen Schutz gestellt.

Dieser Umstand ist bedeutend, weil der Urwald „Rothwald“ in den Lassingbach entwässert und sich entlang von Bächen und Flüssen wichtige Migrationswege für verschiedene Organismen finden. Auch die teilweise lange ungenützten, wenig erschlossenen Hangwälder entlang des Lassingbaches bieten wegen ihrer Naturnähe großes Potential für den Naturschutz.

Das Gelingen dieser Erweiterung ist auch einer Gruppe von Unternehmern unter der Federführung von Bernhard Astner und Herbert Gartner, zu verdanken. Als Großtat der für den Umweltschutz bezeichnet Christoph Leditznig, Geschäftsführer der Wildnisgebietsverwaltung Dürrenstein, diesen Schritt. „Ganz Europa wird auf uns schauen, denn dieser Schritt wird auch von der der Weltnaturschutzorganisation, kurz IUCN, anerkannt.“