Widerstand gegen Jetski in St. Pantaleon-Erla. Gemeinderat weiter gegen Strecke. ÖVP äußert Kritik an Petitionen-Doppelpack.

Von Peter Führer. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:08)

Die Gemeindevertreter leisten weiterhin Widerstand gegen eine mögliche Jetski-Strecke zwischen St. Pantaleon-Erla und Naarn. Schon seit vielen Jahren setzt sich der Verein „Jet Sport Club Wavesurf“ für eine Bewilligung ein. Kritiker verweisen jedoch auf die Natur- und Artenvielfalt im Augebiet sowie die höhere Lärm-, Geruchs-, Umwelt- und Verkehrsbelästigung. Bisher gab es keine Genehmigung.

Doch vor Kurzem erlaubte die Bezirkshauptmannschaft Amstetten drei Bojen im Wasser. Als Reaktion darauf starteten in der Vorwoche zwei Petitionen, mit denen Unterschriften gegen die Strecke gesammelt werden sollen, um ein weiteres Zeichen dagegen zu setzen. Und dass es gleich zwei Petitionen gibt, sorgt für eine Polit-Debatte.

„Was ist das für ein Politik-Verständnis?“

Die erste Petition wurde von Marlene Ortner, ihres Zeichens auch SPÖ-Gemeinderätin, initiiert. Hier heißt es, die Bojen seien „aufgrund eines juristischen Tricks“ genehmigt worden. Die zweite ist eine gemeinsame Petition der Gemeinden St. Pantaleon-Erla und Naarn. Dass es nun zwei Petitionen gibt, stößt auf heftige Kritik von ÖVP-Obmann Roman Kosta.

„Es wurden beim gemeinsamen Engagement gegen die Strecke von Anfang an alle Fraktionen eingebunden. Es war außerdem ausgemacht, dass wir mit Naarn eine gemeinsame Petition starten werden. Jetzt versucht die SPÖ auf einmal, das als ihre Idee zu verkaufen und sich als Initiator zu präsentieren und parteipolitisch Kapital draus zu schlagen. Da frage ich mich schon, was das für ein Politik-Verständnis ist. Wir haben das immer überparteilich gesehen und das Thema in den Vordergrund gestellt.“

„Die Partei wurde außen vorgelassen“

Den Vorwurf, es handle sich um ein parteipolitisch motiviertes Vorgehen, will Initiatorin Marlene Ortner nicht gelten lassen. „Es wurde schon ewig darüber geredet, dass wir jetzt gesammelt gegen die Strecke vorgehen und eine Petition starten wollen. Dann ist aber nie etwas passiert. Daher habe ich jetzt die Initiative ergriffen. Das Ziel ist sowieso, dass wir später die beiden Petitionen zusammenführen. Ich bin zwar SPÖ-Gemeinderätin, habe aber die Partei ganz aus der Petition herausgehalten“, sagt Melanie Ortner.