23-Jähriger mästet pro Jahr 32.000 Puten. Zu seinen Milchkühen kommt in den Bauernhof von Dominik Katzenschlager aus Großwolfgers eine Truthahnmästerei. Er investiert 1,3 Mio. Euro und baut zwei Hallen.

Von Karin Pollak. Erstellt am 17. Juni 2021 (04:49)
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Dominik Katzenschlager auf seinem Grundstück bei Großwolfgers, wo gerade die Bagger auffahren. 
Karin Pollak

Mit seinen 23 Jahren weiß Dominik Katzenschlager aus Großwolfgers genau, wohin er als Landwirt gehen will: Er wird Truthühner mästen und investiert dafür etwa 1,3 Millionen Euro. Zwei große Hallen werden abseits von Großwolfgers dazu errichtet.

Zusätzliches Standbein gesucht. Der Mechaniker, der im Lagerhaus Schweiggers gelernt hat, kam auf Umwegen zur Truthahnmästung. Sein Vater, der die Landwirtschaft von den Eltern übernommen und jetzt an Dominik Katzenschlager übergeben hat, führte diese neben dem Beruf. „Mir hat die Arbeit am Bauernhof immer getaugt. Aber Nebenerwerbslandwirt wollte ich nicht sein“, erzählt er. Die Betreuung und das Melken der Milchkühe, mit den Kälbern stehen insgesamt um die 30 Tiere im Stall, zählen zu Katzenschlagers Lieblingsarbeiten. „Nur davon kannst du nicht leben.“ Somit ging der junge Landwirt auf die Suche nach einem weiteren Standbein. Er entschied sich für einen Truthahn-Mastbetrieb.

„Nach meiner Arbeit im Lagerhaus arbeitete ich beim Zwettler Bezirksbauernkammerobmann Dietmar Hipp, der eine Truthahnzucht in Sallingstadt betreibt. In dem einen Jahr habe ich gesehen, was da auf mich zukommen wird und gewusst, dass diese Arbeit die richtige für mich ist“, sagt er. Die Entscheidung ist vor einem Jahr gefallen. „Danach habe ich mehr gerechnet als in den gesamten neun Schuljahren“, meint Katzenschlager, der ein genaues Konzept zur Truthahnmast erstellt hat. Sein eigenes Grundstück, auf dem er das Projekt umsetzt, hat er bewusst rund 600 Meter außerhalb von Großwolfgers gewählt, dazu noch ein Nachbargrundstück angekauft. Hier werden jetzt durch das Lagerhaus Zwettl zwei Hallen mit insgesamt 2.200 Quadratmetern errichtet. „Beide werden beheizt und verfügen über einen Wintergarten mit Vogelschutznetzen sowie Aufsitzflächen. Hier entsteht ein konventioneller Maststall mit höchstem Tierwohl-Standard.“

Der Grund ist ausgebaggert, Wasser, Strom und Internet verlegt. Die Hallen werden durch die Firma Ganser verkleidet, das örtliche Betonwerk Mörzinger liefert die Betonfertigteile. Es werden auch Güllegruben mit einem Fassungsvermögen von bis zu 35 m 3 errichtet. Mit dem hier produzierten Mist sollen die eigenen Felder gedüngt werden.

Start mit 10.800 Küken. Die Fertigstellung erwartet Katzenschlager bis zum Winter. 10.800 Tagesküken werden dann angeliefert, rund 6.800 Truthühner und 4.000 Truthähne. Diese werden zwischen 15 Wochen (Weibchen) und 20 Wochen (Männchen) mit eigenem Weizen und Fertigfutter mit Mais, Soja & Co – dafür werden vier Silos errichtet – auf 10 Kilo (Hühner) bzw. 20 Kilo (Hähne) gemästet. In einem Schlachtbetrieb in Kärnten werden sie dann geschlachtet, bei Hofer und Rewe verkauft. „Die Verträge habe ich schon“, so Katzenschlager. Diese „Umtriebe“ sollen drei Mal im Jahr möglich sein.

„Reich wird man erst, wenn man im Lotto gewinnt. Aber das will ich ja gar nicht. Wenn alles so funktioniert, wie ich mir das vorstelle, dann kann ich zufrieden sein“, stellt der Jungunternehmer klar. Seine Kühe wird er weiter behalten. Bei den anfallenden Arbeiten stehen ihm sein Vater, ein Bruder, die Großeltern und seine Freundin Magdalena Schnabl zur Seite. „Ihr schwebt eine Direktvermarktung vor, aber das kommt sicherlich nicht sofort.“ Das gelte auch für die Photovoltaikanlage.

Filter und Lüftung. Dass die Nachbarn keine Einwände gegen dieses Projekt erhoben haben, freut Dominik Katzenschlager sehr. „Der Stall wird mit automatischen Lüftungen und Filteranlagen auf höchstem Standard ausgestattet. Da dürfte es mit einer Geruchsbelästigung keine Probleme geben.“

Ein wenig gedulden muss sich der Landwirt aber noch: „Leider gibt es coronabedingt Lieferverzögerungen und auch Kostenerhöhungen. Aber auch das kriege ich hin. Ich war nämlich noch nie für halbe Sachen zu haben.“