Neuer Anlauf für Geschäft in Eggern. Gemeinde will Nahversorger über Verein betreiben, muss aber investieren.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 30. Juli 2021 (05:50)
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In den Räumlichkeiten des früheren Nahversorgers der Familie Dietrich ist ein neues Geschäft geplant.
Franz Dangl, Franz Dangl

Knapp drei Monate ist es her, dass die NÖN über die Schließung des Gasthauses von Reinhard und Helga Dietrich berichtete. Auch der daran angeschlossene Nahversorger wurde geschlossen. Jetzt schmiedet die Gemeinde Pläne darüber, wie sie der Bevölkerung doch wieder einen Nahversorger bieten kann.

Ein Grundsatzbeschluss zu diesem Thema passierte die jüngste Eggerner Gemeinderatssitzung – wenn auch nicht einstimmig. „Ich bin der Meinung, dass ein Nahversorger genauso zu einer Gemeinde gehört wie eine Volksschule“, begründet Bürgermeister Karl Schraml (ÖVP) die Überlegungen.

Der Standort soll sich nicht ändern

Der neue Nahversorger soll – wie Schraml erklärt – in Zusammenarbeit mit dem Handelsunternehmen Kastner über einen Verein betrieben werden. Der Standort soll jedoch gleich bleiben, das neue Geschäft in den Räumlichkeiten des früheren Nahversorgers der Familie Dietrich eingemietet werden.

Planungen zu einem Betriebskonzept gebe es bereits, nun gelte es, Kostenvoranschläge für den nötigen Umbau einzuholen: „Wenn wir einen Nahversorger wollen, werden wir etwa 40.000 bis 50.000 Euro in die Hand nehmen müssen“, schätzt er. Von diesem Betrag sind Förderungen und Beiträge des Vereins bereits abgezogen.

Start ist für März 2022 angepeilt

Aktuell geht Bürgermeister Karl Schraml davon aus, dass drei Mitarbeiter eine Beschäftigung finden werden – zu insgesamt etwa 70 Stunden. Nun müsse geklärt werden, „welche Produkte ins Sortiment sollen und wie sich das auf den 60 Quadratmetern ausgeht“, sagt er.

Auch eine Einreichung für eine Förderung der NAFES (Niederösterreichische Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Einkaufs in Stadtzentren) ist vorgesehen. Schraml geht davon aus, dass der neue Nahversorger im März 2022 eröffnet werden könnte. Dass die Pläne auch wirklich realisiert werden können, dafür ist er optimistisch – und auch was die „schwarze Null“ im Betriebsergebnis angeht: „Mit ein bisschen Bauchweh, aber ich hoffe es.“

Wesentlich dafür sei, die Bevölkerung zum Einkauf beim Nahversorger vor Ort zu motivieren. Der Grundsatzbeschluss ging ohne die beiden Stimmen der SPÖ durch – warum, wollte Fraktionsobmann Josef Mikscha auf NÖN-Nachfrage allerdings nicht kommentieren.