Waldviertler Kinos: Der blanke Horror zum Neustart. Nach der Dauersperre gehen in den Waldviertler Kinos mit dem Horror-Thriller „A Quiet Place 2“ die Lichter wieder an.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 17. Juni 2021 (04:47)
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Julia Gaugusch-Prinz öffnet die Waldviertler Kinos nach monatelanger Sperre wieder.
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Dem Lockdown-Horror folgt der Horror auf Leinwand, und das soll in diesem Fall durchaus ein gutes Omen sein: In den Waldviertler Kinos Gmünd und Zwettl wird zum Neustart ab 18. Juni die Fortsetzung des sehr erfolgreichen Horrorfilms „A Quiet Place“ gezeigt – und das bedeutet, dass nach dem covidbedingt international höchst dürren Filmjahr endlich wieder Hollywood Einzug in unsere Kinosäle hält.

Nach den vielen Monaten der Zwangsschließung aller Kinos sei es „schön, wieder arbeiten zu dürfen“, freut sich Geschäftsführerin Julia Gaugusch-Prinz. „Sehr vieles fühlt sich inzwischen wie neu an. Es ist auch etwas Bauchweh dabei“, gewährt sie Einblick in ihre Gefühlswelt: Aber die positive Aufbruchsstimmung dominiere, „ich bin zuversichtlich, dass alles klappt und es bei den angekündigten Öffnungsschritten bleibt“.

„Vieles fühlt sich wie neu an. Es ist auch ein wenig Bauchweh dabei.“ Julia Gaugusch-Prinz ist im positiven Sinne aufgeregt

Hinsichtlich Covid-Auflagen will sie nichts dem Zufall überlassen. Über eine Software-Firma wurde ein eigenes Programm ausgearbeitet, in das die Gästeregistrierung und Daten über die Erfüllung der „drei G‘s“ bzw. das Vorliegen eines Testes eingespeist werden. Gaugusch-Prinz betont: „Erst wenn diese Daten eingegeben sind, kann ein Mitarbeiter an der Kassa das Ticket ausdrucken. Das ist ein großer Aufwand für uns, aber wir wollen wirklich sehr genau sein – und es auf keinen ‚Worst Case‘ ankommen lassen.“

Zum Start darf jeder Saal eine Auslastung von 75 Prozent erreichen. Am Platz sollte es anfangs also nicht scheitern, zumal die Zeit während eines Fußball-Großereignisses traditionell nicht unbedingt die Zeit der Massenaufläufe in Kinos ist.

Besuchern rät Gaugusch-Prinz anfangs, idealerweise 20 Minuten vor Filmbeginn da zu sein, bis sich der vorübergehende Modus einspielt. Einspielen muss sich natürlich auch erst die Mannschaft. In Zwettl blieb diese in den Monaten der Kurzarbeit, in der geringfügige Mitarbeiter mangels alternativem Modell abgemeldet werden mussten, unverändert. In Gmünd musste das Team an einigen Positionen neu besetzt werden.

So richtig warmgelaufen soll der Motor bis 1. Juli sein, an dem nicht nur die nächsten großen Lockerungen erwartet werden, sondern vor allem auch die deutschen Kinos ihre Säle wieder öffnen sollen. Das soll für die Waldviertler insofern ein Gewinn sein, als vom großen deutschen Markt auch das Angebot in Österreich entscheidend geprägt wird. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass ab Juli nach und nach die zuletzt zurückgestellten Filme herauskommen“, krempelt die Kinochefin die Ärmel in die Höhe. Mit Juli soll daher auch die Kurzarbeit für die Belegschaft auslaufen.