Hohenau sagt Gelsen den Kampf an. Starke Regenfälle in den letzten Wochen boten den Insekten beste Voraussetzungen für rasche Vermehrung. Diesem Problem wurde nun Einhalt geboten.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 14. Juni 2021 (04:58)
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Die Hohenauer Gelsenwehr mit Peter Heger, Vize Dieter Koch, Wolfgang Tschapka, Gerhard Wallner, Peter Braun, Wolfgang Gaida, Hans Jerrentrup, Karina Hauer und Gerhard Grussmann (v.l.) beim Einsatz.
Gemeinde, Gemeinde

Die starken Regenfälle ab Mitte Mai brachten über die Thaya und mit zwei Tagen Verzögerung dann auch über die March großflächige Überflutungen ins Augebiet. Somit war auch in diesem Frühjahr die Gefahr wieder groß, dass über unendlich viele Gelsen-Brutstätten die Lebensqualität für die Anwohner der March-Thaya-Auen beeinträchtigt werden könnte.

Als Obmann des Vereins zur biologischen Gelsenregulierung unternahm SPÖ-Bürgermeister Wolfgang Gaida mit Vize Dieter Koch umgehend sein Möglichstes, um gegenzusteuern.

Drohne und Hubschrauber im Einsatz

Die vereinszugehörigen Gemeinden mit ihren Gelsenwehren wurden in Alarmbereitschaft versetzt, die Partnerfirmen mit Drohne sowie Hubschrauber für große Flächen ebenfalls. Die biologischen Fachkräfte Hans Jerrentrup und Karina Hauer begannen mit Kontrollen und ersten Kartierungen. Die hiesigen Gelsenbeauftragten des Bauhofs, Erich Schöberl und Thomas Benedik, begaben sich auch sofort ins Gelände, um neben den Hausgelsen-Brutstätten innerorts auch betreffend der Situation im Augebiet stets am Laufenden zu sein.

Als problematisch erwiesen sich die zeitversetzten Hochwasserstände an beiden Flüssen. Zuerst kam die Thaya an die 3 m Wasserstand, das füllte uns Brutstätten von der Mündung bis zum Durchstich in Rabensburg. Mit zwei Tagen Verzögerung stieg dann die March auf 4,25 m und schuf dann von der Mündung flussabwärts Gelsen-Brutstätten. Am 21. Mai rückte deshalb die hiesige Gelsenwehr mit zwei Einsatztrupps aus. Dazu wurde erstmals die Drohne eingesetzt.

Niedrige Temperaturen bremsen Larven

Gleich nach dem Einsatz der Gelsenwehr wurde für die großen Überflutungsflächen ein massiver Hubschraubereinsatz vorbereitet. Dieser war für 25. Mai vorgesehen. Schlechtes Wetter durchkreuzte jedoch das Vorhaben. Bei den niedrigen Temperaturen spielte das jedoch keine große Rolle, weil sich die Larven noch langsam entwickeln. So kam es am 26. Mai zum ersten Hubschraubereinsatz in Engelhartstetten, Angern und Hohenau. Dieser wurde am Tag darauf mit weiteren Flächen in Hohenau und in den südlich flussabwärts folgenden Gemeinden fortgesetzt. Am Freitag rückte wieder die Gelsenwehr zur Nachkontrolle aus und konnte feststellen, dass alle Maßnahmen Erfolg zeigten.