Velm-Götzendorf ist Finanzsieger. Das KDZ veröffentlichte das Bonitätsranking 2021 und neun Gemeinden des Bezirks Gänserndorf konnten einen Platz erringen.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 04. August 2021 (05:10)
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ÖVP-Bürgermeister Gerald Haasmüller aus Velm-Götzendorf hat Grund zur Freude: Bereits das zweite Jahr in Folge führt die Gemeinde das Bonitätsranking an.
Edith Mauritsch

Im diesjährigen Bonitätsranking der Gemeinden steht Velm-Götzendorf im Bezirk Gänserndorf an erster Stelle. Und nicht nur das – in der Kategorie 501 – 1000 Einwohnern geht die Gemeinde sogar niederösterreichweit als Sieger hervor. Österreichweit heißt das Platz 34 – und da musste man sich nur Eggendorf im Traunkreis aus Oberösterreich geschlagen geben.

Das Top-250-Bonitätsranking der Gemeinden wird vom KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung und dem Gemeindemagazin Public durchgeführt. Kriterien für die Einstufung sind Kennzahlen der Bereiche Ertragskraft, Eigenfinanzierungskraft, finanzielle Leistungsfähigkeit und Verschuldung. Seit dem Vorjahr wird aufgrund der Umstellung der Darstellung der Gemeindezahlen auch der Bereich Vermögens- und Ergebnishaushalt beleuchtet.

Gerald Haasmüller, ÖVP Bürgermeister von Velm-Götzendorf, ist erfreut: „Wir waren schon voriges Jahr an erster Stelle im Bezirk. Oberste Prämisse ist immer die Einhaltung der veranschlagten Kosten und das zielgerichtete Einsetzen und Abholen von möglichen Förderungen. Ausgaben werden eher mit einem Puffer veranschlagt und Einnahmen setzen wir am untersten Rand des zu erwartenden an.“

Entwicklung der nächsten Jahre ungewiss

Mit diesen Eckpfeilern runde sich die Bewertung ab und es komme eine äußerst positive Bonitätsbewertung heraus. Die Entwicklung in den nächsten Jahren sei aber derzeit nicht wirklich hervorsehbar und daher die strikte Einhaltung des Voranschlages umso wichtiger.

Wegen der guten Bonität konnten Projekte wie der Spielplatz, Hochwasserschutz oder Grundankäufe für Bauland umgesetzt werden. Im Laufen begriffen sind die Kanalsanierung und die Errichtung eines Gehsteiges mit Parkflächen und Grünraumgestaltung.

Viele Gemeinden erstmals mit dabei

Die Bezirkshauptstadt findet sich auf Rang 225 wieder und ist dieses Jahr ein Neueinsteiger. Für ÖVP-Bürgermeister René Lobner ist dies ein Beweis für umsichtige und gewissenhafte Arbeit.

„In der Kategorie 10.001 – 20.000 Einwohner haben wir es österreichweit sogar unter die Top 5 geschafft. Trotz massiver infrastruktureller Investitionen in jüngster Vergangenheit steht die Stadtgemeinde Gänserndorf wirtschaftlich sehr solide da und hat auch ausreichend Spielraum für künftige Maßnahmen“, so Lobner. Seinen Dank richtet er an die Stadt- und Gemeinderäte und alle Mitarbeiter, ohne deren Einsatz ein solches Ergebnis nicht möglich sei.

Die kleine Marchfeldgemeinde Mannsdorf belegt Platz 216 im Ranking. In der Kategorie bis 500 Einwohner belegt sie österreichweit sogar den sechsten Platz und auf Bezirksebene Platz 2 hinter Großhofen. ÖVP-Bürgermeister Christoph Windisch äußerte sich dazu: „Wir sind bemüht, die Kosten so niedrig wie möglich zu halten und dabei trotzdem alles stets auf den neuesten Stand zu bringen. Allein im Kommunalsteuerbereich sahen wir in den letzten acht Jahren eine Verdoppelung – und das ist langfristig auch sehr wichtig für den Haushalt.“

Ein weiterer Neueinsteiger auf Platz 236 ist Matzen-Raggendorf. Die Marktgemeinde konnte außerdem auch den ersten Platz in der Kategorie 2.501 – 5.000 Einwohner auf Bezirksebene belegen. ÖVP-Bürgermeister Stefan Flotz streut seiner Vorgängerin und jetzigen Vizebürgermeisterin Claudia Weber Rosen: „Es war notwendig, sparsam zu haushalten. Dies geschah schon unter meiner Vorgängerin. Ich bin erst seit 2020 Ortschef, da war die Pandemie bereits im Vormarsch. Gemeinsam mit Amtsleiter Markus Reitinger wurde jeder weitere finanzielle Schritt besprochen. Als ich das Ranking sah, war ich einfach nur begeistert.“

Ebenfalls neu im Ranking ist Sulz im Weinviertel auf Rang 238. „Ein positives Nettoergebnis ist aufgrund der neuen Darstellung der Gemeindefinanzen nicht selbstverständlich. Wir haben viele Projekte umgesetzt, die dank finanzstarker Förderungen, umsichtiger Haushaltsführung und vorsichtiger Planung möglich waren. Bei der Vermögensverwaltung gehen wir keine riskanten Geschäfte ein“, beschreibt ÖVP-Bürgermeisterin und Nationalratsabgeordnete Angela Baumgartner ihre Vorgehensweise.