Verbalschlacht im Internet um Marchfeld-Schnellstraße. Bürgermeister Lobners Kampf gegen grüne Verkehrsministerin wurde heftig diskutiert.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 28. Juli 2021 (04:10)
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Während eines Kurzurlaubs in Italien ging es auf seiner Facebook-Seite rund: Die Rede ist von ÖVP-Bürgermeister Landtagsabgeordnetem

und dessen Kampf für die Marchfeld-Schnellstraße bzw. gegen die grüne Verkehrsministerin Leonore Gewessler. Lobners Posting: „2020 wollte sie noch auf Gemeinden und ihre Erfahrungen zugehen. Heute verweigert sie das Gespräch und stößt damit eine ganze Region vor den Kopf.“

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Beim Cappuccino in „bella Italia“: Während Lobners viertägigen Urlaubs wurde auf seiner Facebook-Seite heftig debattiert.
privat

166 Kommentare waren die Folge. Die einen geben dem Gänserndorfer Politiker recht und begrüßen sogar seine Überlegung, Gewessler zu klagen, sollte das seit vielen Jahren geplante S8-Bauprojekt vom Ministerium abgeblasen werden (die NÖN berichtete).

Die anderen hingegen stellen sich auf die Seite der grünen Ministerin und meinen, dass neue Schnellstraßen auf keinen Fall mehr gebaut werden dürfen, weil diese die Klimakrise noch weiter verstärken würden. Lobner wiederum pocht auf sein Recht, mit Gewessler wenigstens über die Verkehrsprobleme und die Sorgen der Menschen im Marchfeld persönlich reden zu können. Er fragt sich, warum sie dieses Gespräch verweigert.

Die Antwort eines Users: „Vermutlich, weil ein inhaltliches Entgegenkommen noch fehlt. Ein stures Festhalten an der S8, ohne Bereitschaft, sich mit klimaverträglichen Alternativen zu befassen, ist eben keine Basis für konstruktive Gespräche.“ Ein anderer meint, dass eine Klage gegen Gewessler sinnbefreit wäre: „Ich fände die Idee gut, gäbe es auch etwas einzuklagen. Im gegenständlichen Fall handelt es sich aber um ein nicht rechtskräftig genehmigtes Projekt.“

„Extremhirsch“ plötzlich für die S8?

Auch zwischen den einzelnen Postern entwickelte sich eine Verbalschlacht über das Für und Wider der Schnellstraße. Das rief natürlich auch den streitlustigen Gänserndorfer Gastronom Andreas „Extremhirsch“ Hirsch auf den Plan. Der überzeugte S8-Gegner schreibt sarkastisch, dass er nun für die S8 ist – aus rein egoistischen Gründen: „Ich will nicht, dass ich bald hungernd in einer unbeheizten Steinzeithöhle sitze!“ Er bezog sich damit offenbar auf den Sager von ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz, dass der Weg der Klimawandel-Bekämpfung nicht zurück in die Steinzeit führen dürfe. Deshalb ruft Hirsch zum zivilen Ungehorsam auf: „An die 60.000 geplagten und von der Steinzeit bedrohten Pendler – schnappen wir uns Schaufeln und Mischmaschinen und bauen das Ding selbst. Und das Beste daran – jeder muss nur 24 Zentimeter bauen und husch sind wir fertig ...“