Wald der Zukunft in Matzen gepflanzt. Auf sechs Hektar wird bis 2030 geforscht, welche Funktionen Wälder künftig erfüllen können.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 17. Juni 2021 (09:12)

Aus einem großen Fest für die Bevölkerung wurde Corona-bedingt leider nichts: Das Projekt ist eine Kooperation des Bundesforschungszentrums für Wald, der OMV und des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus. Auf rund 6 Hektar wird bis 2030 geforscht, wie der Wald der Zukunft aussehen könnte.

Sehr klein sind die Pflänzchen noch, die in ein paar Jahren – oder auch Jahrzehnten – zu einem stattlichen Wald heranwachsen sollen. Bis 2030 werden die Gewächse dies unter wissenschaftlicher Aufsicht tun. Das Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft führt klimarelevante Messungen durch, evaluiert Waldfunktionen wie Kohlenstoffspeicherung und Biodiversität.

„Starkregen und Trockenheit stellen große Herausforderungen dar.“ Stephan Pernkopf, Landeshauptfrau-Stellvertreter

Ziel des Projektes ist es, Baumarten und Zusammensetzungen zu finden, die Waldfunktionen auch im Klimawandel gut erfüllen können. „Es ist für uns ein Lernprojekt. Heute Bäume auszuwählen, die in 80 bis 120 Jahren gesund wachsen, ist wegen der hohen Unsicherheit künftiger Klima-Szenarien sehr schwierig“, erklärt Direktor Peter Mayer, der so seine Schwierigkeiten mit dem Namen der Gemeinde hatte.

„Wald ist Ersatz für fossile Stoffe“

Bundesministerin Elisabeth Köstinger betonte die Funktion des Waldes als Ersatz für fossile Stoffe sowie dessen wirtschaftliche Funktion. Landeshauptfrau- Stellvertreter Stephan Pernkopf verwies auf die dramatische Entwicklung im Waldviertel: „Starkregen und Trockenheit stellen große Herausforderungen dar. Das Projekt vereint Wissenschaft und Praxis. Ich hoffe, dass dabei etwas Gutes herauskommt.“ Der Finanzvorstand der OMV, Reinhard Florey, ergänzte: „Die Finanz- und Innovationskraft der OMV trägt dazu bei, dass hier ein Projekt mit Vorbildwirkung für ganz Österreich umgesetzt wird. Die OMV blickt auf eine mehr als 60-jährige Tradition in der Region zurück. Es ist uns wichtig, zukunftsweisend für die Menschen zu denken.“ Wälder würden CO2 auf natürliche Weise speichern.

Die Initiative ging von OMV General Rainer Seele mit Köstinger aus. Auf Schiene gebracht wurde das Projekt noch unter der damaligen Bürgermeisterin Claudia Weber. Markus Reitinger, Geschäftsführer des Verbandes Erdölverbandes, schrieb das Projekt unter den Mitgliedsgemeinden aus. Die Entscheidung fiel schlussendlich auf die drei Flächen in Matzen. Über die Kosten schweigt man sich aus. „Mehrere 10.000 Euro“, antwortet Mayer auf eine diesbezügliche Journalistenfrage.

Auf drei Flächen im Ausmaß rund 6 Hektar wurden seit 2019 bereits mehr als 10.000 Bäume gepflanzt. Die Baummischungen sind je nach Fläche unterschiedlich. Für den Blütenwald, einer ebenen Fläche, wurden unter anderem Elsbeere, Wildbirne und Vogelkirsche gewählt, aber auch der stark gefährdete Speierling. Ergänzt wurden die Pflanzungen mit Blühsträuchern und einer Blumenwiese. Am Pflanzplan finden sich allerdings auch der schnell wachsende chinesische Blauglockenbaum oder der im Südosten der USA verbreitete Tulpenbaum, der als Bienenmagnet gilt. Ein Waldlehrpfad soll zum Spazieren einladen und Wissenswertes über die Bedeutung des Waldes vermitteln.