NEOS wollen mehr reden. NÖ-Chefin Collini besuchte Unternehmen in Groß-Enzersdorf und sprach offen über Politik.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 01. August 2021 (03:11)
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ndra Collini, NÖ-Chefin der NEOS, und NEOS-Gemeinderat Reinhard Wachmann beim NÖN-Gespräch.  
Kremsmayer

Als „Mutmacherin“ ist Indra Collini, die Niederösterreich-Chefin der NEOS und Landtagsabgeordnete, unterwegs. Sie besucht Unternehmen, fragt nach, wie es jetzt, in und nach der Corona-Krise, so gelaufen ist. In Groß-Enzersdorf, schaut sie bei der „Genusshex“ Michaela Knapp vorbei sowie beim Jetzt!-Fitness-Guru Karl Walzl und bewundert deren bewiesenen Unternehmergeist. Ihr zur Seite NEOS-Gemeinderat Reinhard Wachmann.

Auch zum NÖN-Interview wird geladen, zum Griechen am Wasser. Das Gespräch ist offen, sie erzählt von sich, „voll Verve, klassische Vorarlbergerin, Alemannin, schaffe schaffe Häusle baue“, bei ihr sprüht das echt und ganz normal rüber. Schon beim Aufbau des elterlichen Unternehmens wird daheim diskutiert und mit Freunden viel über Unzufriedenheit mit verkrusteter Politik, die an den Menschen vorbeigehe, geredet.

„Wir können schon etwas bewegen und kontrollieren, es täte sonst auch keiner in diesem Land.“ Indra Collini, NEOS-Landeschefin

Die studierte Betriebswirtin will sich vorerst aber nicht einmischen, „nicht mitmachen in diesen starren Strukturen“. Beruflich verlagert sie sich dann in den Osten des Landes, ist für das Marketing großer Unternehmen zuständig, heiratet, bekommt zwei Kinder, lässt sich in Brunn am Gebirge nieder. Dann trifft sie auf einen Landsmann, Mathias Strolz, und findet einen Gesinnungsgenossen. Mit Feuer und Flamme ist sie dabei bei der Gründung der NEOS- und seit 2016 niederösterreichische Landessprecherin.

Sie habe den Schritt in die Politik, erst ehrenamtlich dann als Abgeordnete, nicht bereut. „Wir können schon etwas bewegen und kontrollieren, es täte sonst auch keiner in diesem Land. Wir fragen hartnäckig nach, schauen uns Rechnungshofabschlüsse an. Hinterfragen Finanzierungsmodelle. Ich frage nach, wie die Schulen vorbereitet sind auf den Herbst. Sie sind es nicht, es gibt nur allgemeine Floskeln. Einen Pool an PCs wird es geben, wie viele und wo ist völlig unklar in diesem weiten Land“, sprudelt es aus Collini heraus. Aber sie trifft noch immer gerne Menschen, die werden ihr nicht zuwider? „Nein“, stutzt sie, „im Gegenteil, das mag ich am liebsten, da lerne ich etwas, auch hier.“

Unterwegs, den direkten Umgang mit den Bürgern sucht sie, darum tourt sie durchs Land. Mit den Mandataren ist der Umgang unkompliziert: „Wir sind ja noch eine überschaubare Gruppe“, meint sie. Ihr Credo für die Region, die jüngste Diskussion um den Straßenbau: „Es braucht einfach eine Lösung, konkret müssen wir mehr mit den Wiener Kollegen reden und mit den Leuten vor Ort. Ist ja klar, dass man alte Projekte überdenken muss, aber…“, sie überlegt kurz und ergänzt dann: „Ich liebe auch solche Fragen. Ich sage dann nicht einfach: Wir brauchen eine Autobahn.“ Auch Wachmann sinniert: „Vielleicht woanders.“ Nach einer guten Stunde muss man auseinandergehen, sie versichert aber weitere Überlegungen: „Ich nehme das ernst“, sagt Collini zum Abschied: „Wir werden auf jeden Fall weiter darüber reden, schon sehr bald.“