Haringsee: Lidia Baich Patin von drei kleinen Störchen. „Rilke“, „Elsa“ und „Aist“, die in der EGS Haringsee (Bezirk Gänserndorf) zu Hause sind, dürfen sich über eine prominente Tierpatin freuen.

Von Redaktion NÖN.at. Erstellt am 12. Juni 2021 (12:49)
EGS Haringsee: Geigerin Lidia Baich ist Patin von drei kleinen Störchen
VIER PFOTEN-Direktorin Eva Rosenberg, Lidia Baich mit Sohn Lorenz; EGS-Leiter Hans Frey und Roman Sigmund, Bürgermeister von Haringsee (v.l.).
Vier Pfoten

Dass sie eine begnadete Geigerin ist, ist bekannt. Dass Lidia Baich aber auch ein Herz für Tiere hat, wussten bislang nicht viele. Die Österreicherin mit den russischen Wurzeln mütterlicherseits ist seit Anfang Juni Patin von drei jungen Störchen in der von "Vier Pfoten" geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee. Ihren neuen Patenkindern hat Lidia Baich die Namen Rilke, Elsa und Aist (russisch für Storch) gegeben.

"Vier Pfoten"-Direktorin Eva Rosenberg und der wissenschaftlichen Leiter der EGS, Dr. Hans Frey, hatten zu einer Patenschaftsfeier in die EGS geladen, bei der auch Bürgermeister Roman Sigmund anwesend war. Lidia Baich brachte auch ihren dreijährigen Sohn Lorenz mit, der von der bunten Tiervielfalt in der EGS begeistert war.

Die Geigenvirtuosin selbst zeigte sich ebenfalls beeindruckt: „Ich beobachte die Arbeit der EGS schon länger. Es ist wirklich toll, was hier für den Tierschutz, aber auch für den Artenschutz geleistet wird. Schön zu wissen, dass meine kleinen Patenkinder Rilke, Elsa und Aist nicht nur liebevolle Storcheneltern haben; das EGS Team sorgt auch dafür, dass sie in Freiheit leben können, sobald sie groß genug sind.“

"Vier Pfoten"-Direktorin Eva Rosenberg bedankte sich bei der Neo-Patentante: „Über Lidia Baichs Engagement habe ich mich auch deshalb so gefreut, weil wir bislang noch kein Testimonial aus der Musikwelt hatten. Sie trägt ganz wesentlich dazu bei, unsere Arbeit im Tierschutz der Öffentlichkeit näher zu bringen und das Bewusstsein für Tiere und Natur zu fördern.“ Mit einem Augenzwinkern ergänzt sie: „Und wer weiß: Vielleicht bekommen die kleinen Störche die musikalische Ader ihrer Patin mit und klappern später besonders harmonisch.“

„Ich war sehr überrascht, wie viel Frau Baich bereits über die Arbeit der EGS wusste und wie gut sie sich vor allem in der Vogelwelt auskennt. Es hat mich auch sehr gefreut, dass sie sich sehr für unsere Bartgeier interessierte“, sagt Dr. Frey. Die EGS züchtet ja unter seiner Leitung seit Jahrzehnten Bartgeier für das erfolgreiche internationale „Wiedereinbürgerungsprojekt für Bartgeier“.

Die Storcheneltern: eine legendäre Liebesgeschichte

Baichs Patenkinder Rilke, Elsa und Aist sind am 4. Mai geschlüpft und die Kinder des bereits legendären EGS-Storchenpaares Mona und Louis. Mona kann nach einer Flügelverletzung nicht mehr fliegen und ist daher Dauerpflegling in der EGS. Storch Louis wiederum, der sich im Jahr 2014 in der EGS von einer Verletzung erholte, verliebte sich in Mona. Nach seiner Freilassung entschied er sich daher, in der EGS Haringsee zu bleiben.

Im Jahr 2015 bekamen die beiden erstmals Junge und zogen seither jedes Jahr Storchenkinder groß.

Sobald Rilke, Elsa und Aist flugfähig sind, werden sie von Storchenvater Louis auf die nahen Felder begleitet und bei der Futtersuche unterstützt.

Ende August fliegen die Jungen dann gemeinsam mit anderen Jungstörchen aus der Umgebung nach Afrika. Nur Louis bleibt nach wie vor auch im Winter in der EGS und leistet seiner Monaesellschaft, um hoffentlich im Frühjahr wieder für Nachwuchs zu sorgen. Da Mona nicht fliegen kann, haben die beiden Störche einen Horst in ca. 1 Meter Höhe mit einem Treppchen für Mona-Lisa.

„Es ist für mich immer wieder berührend zu sehen, dass auch dauerinvalide Pfleglinge wie Mona in der EGS ein würdevolles und auch erfülltes Leben haben. Ein großes Danke daher an Lidia Baich, die mit ihrer Bekanntheit und ihrem Herz für Tiere unsere Station so tatkräftig unterstützt“, so "Vier Pfoten"-Direktorin Eva Rosenberg.