Frühling so kühl wie vor 25 Jahre. Ähnlich kühl wie heuer war der Frühling zuletzt in den Jahren 1996 und 1991, wie eine Auswertung der ZAMG zeigt. Deutlich kühler als heuer war es zuletzt vor 34 Jahren, im Frühling 1987.

Von Redaktion NÖN.at. Erstellt am 20. Mai 2021 (11:14)
Krokus Frühling Symbolbild
Symbolbild

In den letzten Jahren war der meteorologische Frühling (März, April, Mai) fast immer ungewöhnlich warm. „Von den zehn wärmsten Frühlingen der 255-jährigen Messgeschichte waren acht in den 2000er-Jahren“, sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), “die fünf wärmsten Frühlinge der Messgeschichte sind 2007, 2018, 1811, 1794 und 2011.“ Die Auswertungen basieren auf dem ZAMG-Datensatz HISTALP Tiefland.

„Kühler Ausreißer“ schon überfällig

Ein „kühler Ausreißer“ war schon mehr als überfällig. Denn im Rahmen der üblichen Schwankungen kommt alle 20 bis 30 Jahre ein Frühling vor, der sehr deutlich unter dem aktuellen Temperaturniveau liegt. „Der Frühling 2021 dürfte in der Endabrechnung um 1,5 bis 1,9 Grad unter dem Durchschnitt der letzten 30 Jahre liegen“, sagt ZAMG-Klimatologe Orlik. „Ähnlich kalt war der Frühling in den Jahren 1996 und 1991 mit 1,7 Grad unter dem Durchschnitt. Deutlich kälter war ein Frühling zuletzt 1987 mit 3,3 Grad unter dem Durchschnitt. Wir erleben derzeit also den kühlsten Frühling seit zumindest 25 Jahren, möglicherweise sogar seit 34 Jahren - je nachdem wie sich die Temperatur bis Ende Mai entwickelt.“

Ein Frühling wie heuer war vor 1990 normal

Vor den 1990er-Jahren wäre eine Frühlingstemperatur wie heuer noch relativ normal gewesen. Denn im Zuge der Klimaerwärmung ist der Frühling in den letzten Jahrzehnten um knapp zwei Grad wärmer geworden. So liegt der Frühling 2021 ziemlich genau im Bereich eines durchschnittlichen Frühlings in der Klimaperiode 1961-1990. Auch im Vergleich mit der gesamten Messreihe seit 1767 liegt der Frühling 2021 eher im Mittelfeld. „In der Reihe der kühlsten Frühlinge liegt 2021 im Bereich von Platz 110 von 255 Jahren, sagt Klimatologe Alexander Orlik. „Übrigens gab es auch früher Phasen mit sehr milden Frühlingen, vor allem von etwa 1780 bis 1830.“

Kaum Südströmung

Der Grund für den kühlen Frühling 2021 war, dass es wenige Wetterlagen gab, die warme Luft aus dem Süden brachten. Es überwogen NordwestWetterlagen, die kühle Luft vom Atlantik brachten und HochdruckWetterlagen, bei denen aus Norden oder Osten relativ kühle Luft nach Österreich strömte. Die ausführliche Klimabilanz zum meteorologischen Frühling 2021 veröffentlicht die ZAMG Ende Mai.

 

Weitere Informationen Klimaübersichten: www.zamg.at/cms/de/klima/klima-aktuell Wettervorhersage: www.zamg.at/prognose