Mehr Naturschutz im eigenen Garten. Insekten- und Pflanzenvielfalt zu Hause sind im Trend, Webinare in der Krise gefragt.

Von Verena Huber. Erstellt am 29. Juli 2021 (04:18)
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Seit einem Jahrzehnt gärtnert Leopold Mayrhofer im Einklang mit der Natur.
Leopold Mayrhofer, Leopold Mayrhofer

Ein Trend zur naturnaher Gartengestaltung war im vergangenen Jahr deutlich spürbar: Die Nachfrage nach Blühwiesen und Nützlingshotels sei groß gewesen, berichtet die Initiative vom Land NÖ „Natur im Garten“. Enormen Zulauf habe es bei Telefonberatungen und Webinaren gegeben, meint die fachliche Leiterin von Natur im Garten, Katja Batakovic. „Die Leute waren coronabedingt in ihren Gärten zuhause, das hat viele zum ökologischen Gärtnern angeregt“, sagt Batakovic.

Doch wo endet ein kommerzieller Garten und beginnt ein Naturgarten? „Die Grenzen sind fließend“, sagt Batakovic: „Pestizide, Kunstdünger und Torf haben jedenfalls nichts verloren im Naturgarten.“ Im Vorjahr gab es 96 Schaugärten, die die „Natur im Garten“-Kriterien erfüllen. Darunter sind sowohl kleine Hausgärten als auch Giganten wie die Gartenstadt Tulln, der Schlosspark Grafenegg oder der 280 Hektar große Schlosspark Laxenburg.

Wichtig bei der Umgestaltung zum Naturgarten ist pflanzliche Vielfalt. Zu Beginn rät Batakovic, auf Unkrautmittel zu verzichten und Klee sowie Gänseblümchen am Rasen zuzulassen. Mit Heckensaum (Wildpflanzen zwischen Hecke und Wiese) sei bereits viel gewonnen für einen naturfreundlichen Garten. Stimmt der Lebensraum, siedeln sich erste Nützlinge an.

Nützlinge als bewusster Bestandteil im Garten

„Ökologisches Gärtnern ist ein Kreislauf“, sagt Batakovic. Bis sich dieser einspielt, braucht es viel Zeit und Geduld, weiß der Berater bei Natur im Garten, Leopold Mayrhofer. Seit zehn Jahren befasst er sich intensiv mit dem Thema Naturgarten. Seit sechs Jahren hält er in seinem Garten Schnecken, Läuse und Co. mit Nützlingen in Zaum. „Um seine Feinde zu bekämpfen, muss man sie kennen“, sagt Mayrhofer.

Der Tigerschnegel reduziert etwa die Population seines Artgenossen der Spanischen Wegschnecke. Das Motto des Gartenbesitzers aus dem Bezirk Melk lautet: „Gärtnern mit der Natur und nicht gegen sie“. Das habe sich bewährt. Wenn Nützlinge die Balance halten, bedeutet das weniger Aufwand für den Gärtner und keine giftigen Pestizide für die Nachbarn. Besonders wichtig ist ihm der globale Blick: „Klimaschutz beginnt im eigenen Garten.“