Ein Haus zum Mitnehmen, bitte!. Ein Unternehmen aus Amstetten bietet komplette Fertighäuser an. Die so genannten „McCubes“ können innerhalb von nur einem Tag aufgebaut und bezogen werden.

Von Gina Christof und NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 07. Oktober 2018 (11:56)
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Die Häuser können jederzeit durch weitere Räume, also Module, erweitert oder bei einem Umzug einfach mitgenommen werden.
McCube

Viele Köche verderben den Brei – ganz nach diesem Motto fertigt Oliver Pesendorfer mit seinem Team in Amstetten Fertighäuser an, die komplett in Modulen geliefert werden und nur noch bezogen werden müssen.

„Das Wesentliche ist, dass wir uns vom klassischen Hausbau unterscheiden – es gibt keine Schnittstellen mit vielen Handwerkern, sondern unsere Kunden bestellen ein Haus und bekommen ein komplett fertiges geliefert“, erklärt Pesendorfer das Konzept der sogenannten McCubes. So ist auch der Name der Häuser jenem von Fastfood nachempfunden: „Dort will man auch einfach ein fertiges Menü und bekommt das.“

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Oliver Pesendorfer gründete das Unternehmen mit Sitz inAmstetten 2015.
McCube

Doch wie funktioniert es, dass ein ganzes Haus innerhalb eines Tages einfach auf- und auch wieder abgebaut werden kann? Die Module werden im Werk hergestellt, bezugsfertig eingerichtet und mit dem Lkw zum Grundstück gebracht. „Der Stress und die Mühsal einer Baustelle fallen damit weg“, erklärt Pesendorfer.

Wesentlich für die Idee der McCubes war jenes Problem am Markt, dass Häuser oft viel zu groß gebaut werden. „Wenn die Kinder ausziehen, stehen die Zimmer frei, müssen aber dennoch gepflegt werden, und das alles nimmt irrsinnig viel Zeit in Anspruch“, erklärt Pesendorfer.

Dem kann mit seinem Konzept entgegengewirkt werden: Kommt Nachwuchs dazu, kann einfach und schnell ein eigener McCube Raum für die Kinder zugeliefert werden – der, wenn er nicht mehr benötigt wird, ebenso schnell wieder abgebaut werden kann.

Das ganze Haus mitnehmen

Genauso einfach kann auch das ganze Haus im Falle eines Umzuges abgebaut und auf einem neuen Grundstück wieder aufgebaut werden: „Alles, was nicht durch die Gegend fliegt, kann im Haus bleiben und wird einfach komplett übersiedelt.“

Das birgt mehrere Vorteile: Die Fertighäuser können ohne Risiko auf einem gepachteten Grundstück erbaut werden. Auch der Wert des Hauses geht nicht verloren oder wird vermindert. „Wenn ich mein Haus beispielsweise auf einem günstigen Baugrund im Weinviertel errichtet habe und in eine teurere Gegend ziehe, tritt meistens das Problem auf, das ich für das Haus nicht viel bekomme, weil der Grundstückswert den Hauswert bestimmt“, so Pesendorfer. Wird das Haus aber einfach mitgenommen, geht auch die Wertanlage nicht verloren und wird im besten Fall wegen einer besseren Lage sogar aufgewertet.

Die Pläne für die Zukunft sind in jedem Fall groß: Derzeit entsteht in Scheibbs beispielsweise eine McCube-Stadt. „Wir wollen unsere Häuser in Zukunft generell mit Photovoltaik-Anlagen und Speicher ausstatten“, erklärt Pesendorfer. Im Fall einer ganzen Stadt würde das bedeuten, dass ganze Siedlungen ihren Strom untereinander tauschen und so völlig energieautark leben könnten.

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