Arbeitskräfte im Ybbstal dringend gesucht. Profilhersteller Welser benötigt Facharbeiter und Hilfskräfte gleichermaßen. 55 Stellen sind derzeit offen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:43)

354 Personen waren Ende Mai beim Arbeitsmarktservice Waidhofen als arbeitslos gemeldet. Dazu kommen 115 Personen, die eine AMS-Schulung besuchen. Dennoch gibt es pa rallel dazu 317 sofort verfügbare offene Stellen im Ybbstal.

Welser: "Überall fehlen Arbeitskräfte"

„Uns fehlen die Arbeitskräfte – egal in welchem Bereich. Von den Facharbeitern bis hin zu den Hilfsarbeitern“, klagt Thomas Welser, CEO von Welser Profile. Aktuell sind bei dem Ybbsitzer Profilunternehmen 55 Positionen ausgeschrieben. Alleine in der Produktion und im Produktionsservicebereich (Zulieferer, Einsteller, Finalisierung, Biegen) hat Welser 30 offene Stellen.

Dazu kommen jeweils zwischen fünf und sieben offene Positionen in den Bereichen Anlagentechnik, Werkzeugtechnik und Qualitätswesen. „Wir würden das Personal dringend brauchen. Die Auftragslage ist sehr gut. Der Personalmangel bremst das Wachstum. Alle sprechen immer nur von den hohen Arbeitslosenzahlen. Aber ich frage mich schon, wo die willigen Arbeitskräfte sind und welche Wege zum Arbeitsplatz auch zumutbar sind. Es muss nach Corona jetzt wieder ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden. Zurück zur Arbeit ist die Devise“, sagt Thomas Welser, der den Arbeitskräftemangel als Mitglied des Bundesvorstandes der Industriellenvereinigung Österreich auch bei vielen anderen Betrieben ortet.

„Flexibilität ist ein Gebot der Stunde“

Da gerade der Arbeitsmarkt in der Metallbranche in der Region „ausgefischt“ ist, setzt Welser Profile auch auf gezielte Maßnahmen mit einem internen zwölf- bis 24-monatigen Umschulungsprogramm, das man berufsbegleitend zur Arbeit in der Fachabteilung absolviert. Aber dazu sei auch eine gewisse Flexibilität der Arbeitnehmer nötig. Diese ortet er zum Glück bei den eigenen Leuten. Denn dank dem Einsatz der eigenen Mitarbeiter und deren Bereitschaft, Überstunden zu leisten, könne man aktuell die Auftragslage halbwegs bewerkstelligen.

ThomasWelser ist aber auch ein Verfechter von einem Umdenken in der Ausbildung. Der Stellenwert der Lehre sei immer noch nicht dort, wohin er gehöre. Die Lehrstellen zu besetzen, sei heuer schwieriger gewesen als in vergangenen Jahren.

Welser startet ab September mit 28 neuen Lehrlingen

„Dass dennoch 28 Lehrlinge bei uns im September ihre Berufsausbildung starten, ist sicher der neu ausgebauten Lehrwerkstätte zu verdanken. Da haben wir viel investiert. Aber im Vergleich dazu tun wir uns in Deutschland weit leichter, die Lehrplätze zu besetzen“, erklärt Welser.

Auch die Versorgung mit Rohstoffen macht dem Profilhersteller derzeit zu schaffen. „Stahl in oder nach Europa zu bekommen, ist derzeit alles andere als einfach“, sagt Welser. „Die Verknappung der Rohstoffe führt zu einer exorbitanten Preissteigerung. Die Lieferzeiten richten sich daher derzeit nach der Verfügbarkeit des Rohstoffes.“