Acht Kameraden halfen im Katastrophengebiet in Belgien. Brucks Bezirkskommandant Christian Edlinger koordinierte den Einsatz vor Ort im kleinen Ort Theux nahe Lüttich.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 20. Juli 2021 (09:30)

„So etwas habe ich noch nie gesehen“, war Christian Edlinger auch Tage nach dem Hilfseinsatz einer Abordnung aus NÖ in Belgien noch fassungslos. Und das obwohl der Bezirkskommandant und Chef der Hainburger Feuerwehr auf 40 Jahre Erfahrung und mehrere Hochwassereinsätze zurückblicken kann.

Doch die Zustände, die die Flut in Theux, unweit der Stadt Lüttich verursacht hatte, hinterließen einen nachträglichen Eindruck. „In 30 Minuten war das Wasser um drei Meter gestiegen“, erzählt Edlinger. Ganze Existenzen stehen nun auf dem Spiel, zahlreiche Häuser sind zerstört. 

Feuerwehr kontrollierte Häuser

Die Hauptaufgabe der 130 niederösterreichischen Kameraden, die mit Abreise am Donnerstagabend für 72 Stunden im Dauereinsatz standen, bestand darin, mit Zillen und Booten das überschwemmte Ortsgebiet anzufahren und die Häuser zu kontrollieren. „Viele waren noch ihren Häusern, wir haben acht Personen gerettet“, berichtet der Bezirkskommandant. Allerdings stießen die Helfer auch auf drei Opfer, die die Flut nicht überlebt hatten.

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Brucks Bezirkskommandant Christian Edlinger war als Einsatzleiter in Belgien vor Ort.
NÖFLK/Matthias Fischer

Neben Edlinger waren noch sieben Kameraden aus dem Brucker Bezirk im Einsatz, darunter Michael Burger aus Fischamend. Er steuerte vor Ort einen großen Bus. Auch Burger beschreibt im NÖN-Gespräch die Zustände in Belgien als „schockierend“. Mit dem verheerenden Hochwasser 2002 sei das Ausmaß nicht zu vergleichen – „die Dimension ist eine ganz andere, auch wenn in Fischamend damals viel Schaden entstanden ist“, erinnert er sich. Der Entschluss freiwillig zu helfen, fiel spontan. „Ich wurde um 16 Uhr gefragt, ob ich fahren würde. Um 22 Uhr waren wir schon am Weg nach Belgien“, erzählt Burger, für den es der erste Auslandseinsatz war.

Arbeitgeber stellten Helfer umgehend frei

Ähnlich war es bei Bezirkskommandant Christian Edlinger. „Um 11 Uhr wurde ich von Landeskommandant Dietmar Fahrafellner gefragt, ob ich die Einsatzleitung übernehmen würde. Um 14 Uhr war ich zur Vorbesprechung in Tulln, um 17 Uhr mit dem ersten Zug schon am Weg“, berichtet er. Dankenswerterweise stellte ihn sein Arbeitgeber EVN umgehend frei – übrigens wie bei den meisten freiwilligen Helfern, auch im Falle von Michael Burger, der bei der Stadt Fischamend beschäftigt ist und sofort das OK von Bürgermeister Thomas Ram (RAM) bekommen hatte.