Bedrohungsszenarien: Übung in der Sicherheitsakademie . Einsatzkräfte zeigten, wie im Bedrohungsfall richtig reagiert wird. NÖN war mit dabei.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 24. Juli 2021 (04:46)
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Landespolizeidirektor Franz Popp, Bezirkspolizeikommandant Hannes Jantschy und der Direktor der Sicherheitsakademie des Innenministeriums Ministerialrat Norbert Leitner.
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Hohen Besuch gab es am Freitag in der Sicherheitsakademie (SIAK) Traiskirchen. Innenminister Karl Nehammer, ÖVP, lud am Gelände zur Pressekonferenz, um das Konzept der schnellen Reaktionskräfte vorzustellen, siehe Berichterstattung darüber im Landesteil. Doch unabhängig davon zeigten die in der Sicherheitsakademie in Ausbildung befindlichen Exekutivkräfte, wie sie sich auf Bedrohungsszenarien vorbereiten. „Die Gefahrenlage hat sich geändert“, erläuterte Ausbildner Thomas Hofbauer. Es sei nicht mehr der Fall, dass etwa ein Täter mehrere Geiseln stundenlang in seiner Gewalt habe und Lösegeldforderungen stelle, sondern, wie nicht zuletzt der Terroranschlag vom 2. November in Wien gezeigt habe, „dass ein Täter in kurzer Zeit möglichst viele Menschen töten möchte“.

Bei der Vorführung am Gelände der SIAK wurde davon ausgegangen, „dass ein Mann mit Kriegserfahrung wegen seiner Kündigung erbost auf seinen ehemaligen Chef ist und diesen an seiner ehemaligen Arbeitsstätte mit einem Messer bedroht.

Polizei-Sprecher Johann Baumschlager erläuterte das Übungsszenario in seinen einzelnen Schritten. Er betonte: „Diese Übungsannahme kommt häufiger vor, als man denkt. Und was auch kaum jemand bedenkt, ist, dass ein Messer eine gefährliche Waffe ist. Auch, wenn in Filmen immer der Fokus auf Schusswaffen gelegt wird.“ Eine wichtige Bedeutung bei der Entwaffnung und generell, um die Situation zu deeskalieren, haben Hunde. „Es macht natürlich Eindruck, wenn der Hund an der Leine in Richtung Täter zieht“, sagt Hofbauer. Der Ausbildner merkt aber auch an: „Bei Übungen verwenden wir nie echte Langwaffen. Wir üben mit Attrappen.“ Und noch ein Unterschied zum Fernseh-Krimi: „Nach der Festnahme des Täters beginnt erst die Arbeit. Kriminalisten kommen, um den Tatort auf Spuren zu untersuchen, alles muss dokumentiert und festgehalten werden. Im Fernseh-Krimi habe ich noch nie einen Polizisten gesehen, der am Computer sitzt und Berichte schreibt“, schmunzelt Baumschlager.