Bezirk Amstetten: Flüsse und Bäche gingen über . Keller und Straßen wurden unter Wasser gesetzt. In Aschbach gab es sogar Zivilschutzalarm.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 21. Juli 2021 (06:01)
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In der Gemeinde Aschbach trat die Url über die Ufer und setze einig Liegenschaften unter Wasser. Der Aschbacher Ortskern blieb von den Fluten zum Glück aber verschont.
FF-Aschbach, FF-Aschbach

 Die enormen Regenfälle haben in vielen Gemeinden Überflutungen verursacht. 55 Feuerwehren standen am Sonntag im Dauereinsatz.

Aschbach-Markt

Am Sonntagnachmittag wurde Zivilschutzalarm ausgelöst und die Bevölkerung aufgefordert, zu Hause zu bleiben und Keller und Wohngebäude so gut wie möglich zu sichern. Rund 140 Liter Niederschlag pro Quadratmeter am Sonntag ließen den Pegel der Url rasant steigen. Liegenschaften in Krenstetten-Urltal und weiter Richtung Graslau standen bereits zu Mittag unter Wasser.

„Im Unteren Markt wurden von der Feuerwehr vorsorglich Schutzmaßnahmen getroffen, doch weil der Regen am Nachmittag nachließ, blieben wir dort zum Glück von der Flut verschont. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Bürgermeister Martin Schlögl hofer.

Seitenstetten

Die Treffling und der Dachsbach verwandelten sich am Sonntag in reißende Gewässer. Im Trefflingtal wurden einige Liegenschaften von den Fluten unter Wasser gesetzt und auch der Dachsbach im Bereich des Sportplatzes flutete die Keller einiger Objekte. Die Straße Richtung Biberbach musste gesperrt werden.

Das Rückhaltebecken im Trefflingtal füllte sich rasch, hielt aber den Fluten stand und schützte damit das Seitenstettner Zentrum. Obwohl das Wasser durch die Schleuse kontrolliert abgelassen wurde, verwandelte sich die Treffling in der Ortsstrecke in einen reißenden Fluss, der bis an die Uferoberkante stieg.

Biberbach

Hier setzte der Starkregen die Keller einiger Häuser in Hanglage unter Wasser. Die Feuerwehr musste sie auspumpen. Schäden wurden auch an den Baustellen für das neue Fernwärmenetz verursacht. Viele Künetten sind eingestürzt. Bei der Baustelle des Heizhauses mitten im Ort stand das Wasser am Sonntag drei bis vier Meter hoch.

St. Peter/Au

An der Url wurden die Keller einiger Liegenschaften überflutet – vor allem flussaufwärts Richtung Ertl. Auch Fußgängerbrücken mussten gesperrt werden. In Hochstrass kam es zu einem Hangrutsch, der die Landesstraße Richtung Sulzbach unpassierbar machte.

Wallsee . Die Entwicklung an der Donau wurde in der Gemeinde Wallsee genau beobachtet. „Die Feuerwehr hat einen Teil des mobilen Dammes aufgebaut, aber die Gefahr von Überflutungen bestand eigentlich nicht. Das Donauhochwasser kommt ja auch nicht von einer Minute zur anderen“, berichtete Bürgermeister Johann Bachinger am Montag.

Amstetten

„Wir sind relativ glimpflich davongekommen“, zog Bürgermeister Christian Haberhauer am Montagvormittag Bilanz des Hochwasserseinsatzes am Sonntag. Einige Keller wurden zwar von Hangwässern oder auch vom Grundwasser überflutet, größere Schäden gab es aber zum Glück nicht. Bewährt hat sich die neue Hochwasserschutzanlage im Bereich Haabergbach-Mühlbach.

„Wir haben den Mühlbach abgesperrt, damit er die Häuser entlang der Waidhofner Straße nicht unter Wasser setzen konnte. Die Fließrichtung des Haabergbaches haben wir umgedreht und das Wasser Richtung Ybbs ausgeleitet. Dort hatten wir zwar auch ein 50-jährliches Hochwasser, aber der Fluss konnte die zusätzliche Menge zum Glück noch aufnehmen“, berichtet der Stadtchef.

Die Anlagen mussten am Sonntag übrigens noch manuell bedient werden, denn die Elektrifizierungsarbeiten haben planmäßig am Montag begonnen. Im Ortsteil Preinsbach wurde Straße überflutet, aber auch dort blieben die Liegenschaften verschont.

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