Amstettner Verein für Toleranz: "Bunt ist doch besser". Der Verein „g‘scheckat“ will in Amstetten Verständnis, Respekt und Toleranz allen Menschen gegenüber fördern.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 17. Juni 2021 (08:42)
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Der g‘scheckat-Vorstand: Zalina Aibartueva, Zilal Kathib, Gerhard Steinkellner, Namir Akthar, Maria Nori und Sevda Batmaz wollen sich für gegenseitiges Verständnis, Respekt und Toleranz aller Menschen einsetzen.
Verein g‘scheckat, Verein g‘scheckat

Eine bunte Vielfalt ist in vielen Belangen des Lebens eine Bereicherung. Im Zusammenleben von Einheimischen und Migranten ortet der Amstettner Gerhard Steinkellner aber Verbesserungsbedarf. „Ich habe den Eindruck, durch Corona und die Lockdowns hat sich die Lage sogar noch verschärft. Es bedarf unbedingt einer respektvollen und wertschätzenden Haltung gegenüber Menschen in Notlagen sowie für kulturelle Vielfalt und Inklusion.“

Vereinfür Integration und Toleranz

Aus diesem Grund hat sich der pensionierte Eisenbahner, der sich schon immer für Integration und ein Miteinander eingesetzt hat, mit einigen ebenso engagierten Frauen und Männern aus Amstetten zusammengetan und den Verein „g´scheckat“ ins Leben gerufen.

Zum Ziel hat man sich unter anderem die Förderung von regelmäßigem Gedankenaustausch zwischen Österreichern, Migranten und Flüchtlingen gesteckt. „Wenn man sich nicht kennt, gibt es Ressentiments. Wir wollen daher unter anderem gemeinsame Aktivitäten wie Diskussionsveranstaltungen zu Themen wie Bildung oder Berufswelt planen und umsetzen. Denn wenn man sich persönlich trifft, fallen Vorurteile von selbst“, sagt Steinkellner. Aber auch die Vernetzung mit Behörden, Schulen, Organisationen, Vereinen und Initiativen ist ihm wichtig.

Herkunft darf keine Rolle mehr spielen

„Wir sehen uns somit als Unterstützung von Menschen aus anderen Ländern und Kulturen bei ihren Teilhabe- und Integrationsbemühungen hier in Österreich.“

Die Sorge, dass so ein Engagement „unpopulär“ sein könnte, hat er nicht. „Denn gerade darum geht es ja. Zusammenleben kann nur funktionieren, wenn man auch bereit dazu ist. Jede und jeder sollte in einer Gesellschaft die gleichen Möglichkeiten haben. Dabei darf die Herkunft keine Rolle spielen. Da sie es aber noch immer tut, wollen wir darauf aufmerksam machen und zu gegenseitigem Verständnis, Respekt und Toleranz beitragen“, betont Steinkellner, der laut eigenen Angaben einst selbst aus Winklarn in Amstetten „eingereist“ ist.

Gemeinsam mit seinen Stellvertreterinnen Sevda Batmaz und Maria Nori, seinem Stellvertreter Namir Akhtar, Schriftführerin Zilal Khatib und Kassiererin Zalina Aiburteva will er in jedem Fall ab Herbst mit „g´scheckat“ losstarten. Derzeit wird intensiv an der Erstellung des Programms und auch an der Einrichtung einer Homepage gearbeitet.

„Uns ist bewusst, dass wir uns mit unserem Verein viel vorgenommen haben. Vermutlich wird es auch nicht leicht werden, aber es muss doch heutzutage möglich sein, dass man sich auf gleicher Augenhöhe begegnet, egal woher man kommt und was man ist. Jeder Mensch ist für sein Handeln, aber auch für ein Nicht-Handeln verantwortlich. Wir haben uns für Ersteres entschieden und wollen Intoleranz nicht länger akzeptieren“, lautet das Credo des Vereinsvorstandes.